Wolfsburg wirbelt den kader durcheinander: beerensteyn und smolarczyk raus – pokal-finale wird zur zitterpartie

Der VfL Wolfsburg verabschiedet sich nicht nur mit einem blauen Auge aus der Saison, sondern gleich mit zwei personellen Brüchen. Lineth Beerensteyn und Nelly Smolarczyk werden den Frauen-Bundesligisten im Sommer verlassen – das gab der Klub kurz vor dem Pokal-Finale bekannt. Der Zeitpunkt ist brisant: Die Niedersächsinnen haben gerade gegen Eintracht Frankfurt eine 1:3-Pleite kassiert und nun sogar die Vizemeisterschaft in Gefahr.

Beerensteyn war popp’sche erbfolge – und trifft trotzdem ab

Die Niederländerin kam 2024 als Hoffnungsträger von Juventus, sollte helfen, die Lücke nach Alexandra Popp’s Weggang zu schließen. Mit neun Toren in 18 Spielen lieferte sie – und wird trotzdem aussortiert. Ein klares Signal: Sportlicher Erfolg allein reicht nicht, wenn die Marschroute neu gezeichnet wird. Smolarczyk wiederum erlebte ihr Debakel am Sonntag hautnah: Ein Patzer nach der Pause leitete das 0:3 gegen Frankfurt ein, 48 Stunden später die Trennung. Der 19-jährige Ersatzkeeperin bleibt nur das tröstliche Pokalfinale am 14. Mai in Köln.

Die Verletzung von Martina Tufekovic setzt dem Torhüfer-Duo den vorläufigen Schlusspunkt: Hüftmuskel, mehrere Wochen Pause, Saison wohl gelaufen. Stina Johannes steht damit im Endspiel gegen Bayern ohne erfahrene Backup da – ein Risiko, das Trainer Stephan Lerch gern vermieden hätte.

Pokal-finale wird zur generalprobe für den neuanfang

Pokal-finale wird zur generalprobe für den neuanfang

Die personellen Entscheidungen sind längst gefallen, doch die sportliche Rechnung noch nicht beglichen. Bayern ist bereits Meister, jagt das Triple, während Wolfsburg um die letzte Lorbeere kämpft – und um das Gesicht. Gewinnt der VfL, wirkt der Abgang von Beerensteyn als notwendiger Schnitt. Verliert er, bleibt der bittere Nachgeschmack einer Saison, in der nur eins der letzten fünf Pflichtspiele gewann. Die Fans werden sich am 14. Mai entscheiden, ob sie Abschied feiern oder Abriss verlangen.

Die Kaderplanung läuft parallel auf Hochtouren: Wer rückt für Beerensteyn nach? Welche Torhüterin kann Smolarczyk ersetzen? Die Antworten bestimmen, ob der VfL 2025/26 erneut um Titel mitmischt oder nur noch um die Champions-League-Plätze. Bis dahin zählt nur Köln – und die Erkenntnis, dass in Wolfsburg kein Stein auf dem anderen bleibt.