Wolfsburg im abstiegskampf: hecking schimpft über schiedsrichter nach kanterfolg
Die Stimmung im Wolfsburger Lager ist alles andere als rosig. Nach der desaströsen 3:6-Niederlage beim Bayer Leverkusen droht der VfL Wolfsburg immer tiefer in den Abstiegskampf der Bundesliga abzugleiten. Während Coach Dieter Hecking versuchte, nach dem Spiel noch positive Aspekte hervorzuheben, richtete er seinen Unmut vor allem gegen die Leistungen des Schiedsrichtergespanns.
Die erste halbzeit: ein hoffnungsfunke
„Es gab drei Gründe für die Niederlage“, begann Hecking im Sky-Interview. „Der erste war, dass wir eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben. Wir haben gut verteidigt und gefährliche Umschaltmomente erzeugt, die uns zur 3:1-Führung verhalfen.“ Doch diese Führung sollte nicht lange Bestand haben. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir vor der Pause das zweite Gegentor bekommen haben. Das hat Leverkusen dann auch nach der Pause beflügelt.“

Nach der pause: passivität und fragwürdige entscheidungen
Nach dem Seitenwechsel offenbarte Wolfsburg eine erschreckende Passivität. „Was mich wirklich ärgert, ist, wie wir aus der Halbzeit herauskommen. Da standen wir zu tief und wurden zu passiv. Und dann kommen zwei Elfmeter. Danach bekommen wir die Gegentore viel zu einfach.“
Besonders brisant: Die Schiedsrichterleistung. Hecking ließ seiner Frustration freien Lauf: „Die Schiedsrichterleistung war aus meiner Sicht heute leider nicht bundesligareif. Das sind nicht einzelne Szenen, sondern mehrere.“ Er kritisierte insbesondere die Elfmeterentscheidungen. „Vor dem 1:0 war sich der Schiedsrichter sofort total sicher, bei unserem Elfmeter brauchte er dann den Video-Assistenten.“
Die Entscheidung beim ersten Elfmeter, bei dem Ibrahim Maaza selbst seinen Fuß in den Laufweg von Joakim Maehle verlängerte, grenzte für die Leverkusener an Hohn. Auch wenn der VAR-Check nicht zu einer Änderung führte, blieb der Beigeschmack bitter. Beim Elfmeter für Wolfsburg hatte Petersen den Kontakt zwischen Edmond Tapsoba und Mohammed Amoura zunächst übersehen, bevor er den Videobeweis nutzte.
„Das muss man einfach sehen“, betonte Hecking. „Dadurch steht ein Spieler auf dem Platz, der beim Stand von 3:1 eigentlich nicht mehr dort stehen dürfte.“
Neben den Elfmetern bemängelte Hecking auch einen Ellbogen-Check von Tapsoba, der Gelb-Rot verdient gehabt hätte, sowie eine strittige Szene, in der ein Leverkusener Spieler Vavro offensichtlich umräumte, die jedoch vom VAR nicht geahndet wurde. „Das müssen wir einfach sehen. Dadurch ist ein Spieler auf dem Platz, der nicht mehr auf dem Platz sein darf. Das ist eben auch eine der Geschichten dieses Spiels, dass wir glauben, in drei, vier Situationen eben heute nicht gut geschiedsrichtert worden zu sein.“
Die Niederlage in Leverkusen wirft lange Schatten auf den VfL Wolfsburg und deutet auf einen schwierigen Kampf um den Klassenerhalt hin. Ob Heckings Kritik an der Schiedsrichterleistung als Ausrede oder als berechtigte Anklage gewertet wird, sei dahingestellt. Fakt ist: Der VfL muss sich schnellstens wieder fangen, um den Abstieg nicht zu riskieren.
