Wnba verhindert den knockout: nach 100-stunden-marathon droht kein streik mehr

Die WNBA hat sich gerettet – und mit ihr die Saison. Nach einer veritablen Nacht-und-Nebel-Aktion einigten sich Liga und Spielergewerkschaft in letzter Sekunde auf einen neuen Tarifvertrag. Die Deadline raste heran, die Spieler hatten bereits mit Streik gedroht, doch Commissioner Cathy Engelbert trat vor die Mikrofone und verkündete: „Wir haben uns auf die Kernpunkte geeinigt.“

Die gewinner stehen fest – die kipppunkte noch nicht

Front Office Sports hatte zuerst gemeldet, dass beide Seiten „oral agree“ seien – ein juristisches Stichwort, das in der Liga sofort für Erleichterung sorgte. Die Spieler stimmen nun per Vollversammlung über das Paket ab. Bei mehr als 100 Verhandlungsstunden in nur sieben Tagen wurde offenbar ein Kompromiss erzielt, der die Erlösaufteilung neu regelt – das zentrale Zankthema seit Monaten. Wie genau die Quote verteilt wird, hüllt Engelbert in Schweigen. Insider berichten aber von höheren Mindestgehältern, besseren Reisebedingungen und einer schärferen Sanktionierung von Charter-Flug-Pflichtverletzungen.

Für die vier deutschen Akteurinnen ist das ein Signal. Leonie Fiebich und Nyara Sabally trainieren bereits mit den New York Liberty, Satou Sabally bereitet sich in Phoenix auf die Play-off-Jagd vor, Luisa Geiselsöder richtet sich in Dallas ein. Sie alle profitieren von einem Vertrag, der die interne Kluft zwischen Superstars und Rollenspielern verkleinern soll. Die Stars bekommen mehr Geld, die Nischenspieler mehr Sicherheit.

Der countdown läuft: 30 tage bis zum ersten sprungball

Der countdown läuft: 30 tage bis zum ersten sprungball

Die Liga spielt Poker auf Zeit. Die Finalisierung des Vertrags steht kurz bevor der Trainingscamp-Modus beginnt. Sollte die Mehrheit der 144 Spielerinnen ablehnen, würde der Streik doch noch losbrechen – mit verheerenden Image-Schäden. Doch die Stimmung ist optimistisch. Die Spielervertreter haben in internen Chats bereits das Wort „historisch“ fallen lassen. Und Engelbert? Die Commissioner lächelt nur, als man sie nach Details fragt. Sie weiß: Wer jetzt zu viel verrät, riskiert eine Mehrheitsniederlage.

Die WNBA steht vor ihrer größten Transformation seit der Einführung der Prior-Bargaining-Agreement-Ära. Die TV-Einnahmen steigen, die Sponsoren drängen ins Boot, und die Spielerinnen wollen endlich ein Stück vom Kuchen abhaben. Die Einigung ist kein Geschenk – sie ist die logische Konsequenz aus einem Sommer voller Druck. Die Saison kann kommen. Und sie wird kommen, ohne dass ein einziger Courtside-Stuhl leer bleibt.