Wm-thriller in foxborough: kann deutschland die horror-serie stoppen?
Foxborough fiebert! Die deutsche Nationalmannschaft steht im Sechzehntelfinale der WM vor einer vermeintlich vermeidbaren Hürde: Paraguay. Doch hinter der vermeintlichen Routinepartie verbirgt sich eine beunruhigende Statistik, die vor dem Duell am Montag eine Gänsehaut auslöst. Kann es das Team von Julian Nagelsmann schaffen, ein Kapitel düsterer WM-Geschichte zu beenden?
Die last der vergangenheit: neun spiele, neun gegentore
Seit dem Triumph von 2014 gegen Argentinien quält sich die DFB-Elf damit, bei Weltmeisterschaften über die Bühne zu gehen, ohne ein Tor zu kassieren. Neun WM-Spiele in Folge ertönte bereits der triste Klang des Balles im Netz. Eine Serie, die sich hartnäckig hält und das Selbstvertrauen des Teams belastet. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Paraguay keinesfalls ein spielerisch überlegener Gegner ist, wirft diese Bilanz Fragen auf.
Mats Hummels glaubt an eine taktische Überraschung. Der MagentaTV-Experte rechnet mit einem Startelf-Umbruch und speziell mit dem Einsatz von Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld. „Mein Gefühl sagt, dass Josh Kimmich heute auf der 6 startet“, so Hummels, der allerdings betont, keine Insiderinformationen zu haben. Ein Schachzug, der die Paraguayer vor neue Probleme stellen könnte.

Das letzte kapitel: ein müdes 1:0 in japan
Die Erinnerungen an das letzte Duell zwischen Deutschland und Paraguay bei einer WM sind verblasst. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea tat sich die DFB-Elf schwer und brachte das Spiel erst in der 88. Minute durch Neuville zu einem knappen 1:0-Sieg. Eine Begegnung, die zeigt, dass Paraguay keineswegs ein leichter Gegner ist, selbst wenn die statistische Favoritenrolle klar auf Seiten Deutschlands liegt.

Der „nervigste“ profi und ein schlüsselspieler fehlt
Im Mittelfeld der Gauchos lauert Andrés Cubas, der bei dieser WM die FIFA-Statistik der defensiven Störaktionen anführt. Mit 37 erfolgreichen Aktionen ist er ein wahrer Abräumer und der Albtraum jedes Offensivspielers. Felix Nmecha kann mit 20 Störaktionen nur mithalten. Ein Vorteil für Deutschland: Der etatmäßige Nebenmann Cubas’, Diego Gómez, fehlt aufgrund einer Gelb-Sperre. Ein Fakt, der die Aufgabe für die deutsche Kreativität deutlich erschwert.
Jürgen Klopp mahnt zur Ruhe und warnt vor einer Taktik-Debatte. „Die Aufstellung ist bei der Qualität, die wir haben, in der Breite nicht so entscheidend“, so der ehemalige BVB-Trainer. Vielmehr fordert er eine konzentrierte Leistung und eine bessere Einstellung, nachdem das Team gegen Ecuador schwach aussah. „Jeder dieser Spieler, der gegen Ecuador gespielt hat, kann 60 bis 70 Prozent besser spielen.“
Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger warnt ebenfalls vor dem Gegner und betont die Bedeutung eines bestimmten Spielers, dessen Namen er im ARD-Experteninterview enthüllte. Ein Signal, dass die DFB-Elf Paraguay keineswegs unterschätzen sollte.
Schiedsrichter Jalal Jayed wird das Sechzehntelfinale leiten. Der Marokkaner hat bereits das 7:1 gegen Curaçao und die Partie Portugal gegen Usbekistan (5:0) dirigiert. Ein Mann, der offenbar keine Scheu vor hohen Ergebnisdifferenzen hat.
Die WM geht jetzt erst richtig los, so DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Der volle Fokus liegt auf dem Spiel gegen Paraguay. „Wir glauben daran, dass wir alles herausholen werden und selbstverständlich an unser Limit gehen. Wir wollen ein richtig gutes Spiel zeigen und in die nächste Runde einziehen.“ Die Erwartungen sind hoch, die Horror-Serie muss gebrochen werden. Denn eines ist klar: In Foxborough wird gekämpft, geackert und alles gegeben, um den Fluch endlich zu brechen und den Weg ins Viertelfinale einzuläuten. Der Kontrakt ist unterschrieben: Deutschland muss liefern.
