Wm-sponsoring: ngo-kritik erschüttert fifa – ist das die grenze?
Ein Sturm der Empörung braut sich kurz vor dem WM-Start zusammen: Nichtregierungsorganisationen schießen mit scharfer Kritik gegen das lukrative Sponsoring-Abkommen der FIFA mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco. Die Vorwürfe sind brisant und werfen ein düsteres Licht auf die Integrität des Weltfußballverbands.

Die vorwürfe: aramco als „werkzeug autoritärer staaten“
FairSquare, zusammen mit Fossil Free Football, Reclame Fossielvrij und Badvertising, prangert in einem gemeinsamen Bericht an, dass das Deal „möglicherweise das gefährlichste Beispiel für fossile Brennstoffwerbung und Sponsoring darstellt, das die Welt je gesehen hat“. Der Vorwurf: Die FIFA, unter der Leitung von Gianni Infantino, verdiene „mit Geld vom größten Umweltverschmutzer der Welt“, während sie gleichzeitig die Einheit des Fußballs proklamiere. Nicholas McGeehan, Direktor von FairSquare, verdeutlicht: „Dass die FIFA Aramco bei dessen klimaschädlichen Bestrebungen unterstützt, ist ein Schlag ins Gesicht aller Umweltaktivisten.“
Der Bericht geht noch weiter und untersucht den zunehmenden Einfluss Saudi-Arabiens auf die FIFA, insbesondere im Hinblick auf die WM-Endrunde 2034 im Königreich. Es werden Wege aufgezeigt, wie Saudi-Arabien seine Macht innerhalb des Weltverbands ausbaut und die FIFA möglicherweise zu einem „Werkzeug autoritärer Staaten“ degradiert. Die EU wird hierbei in die Pflicht genommen, Gesetze konsequent durchzusetzen, um zu verhindern, dass mächtige Umweltverschmutzer die Popularität des Sports für ihre Zwecke missbrauchen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aramco ist seit 2024 „Major Worldwide Partner“ der FIFA und bis 2027 „exklusiver Hauptpartner“ im Energiesektor. Das bedeutet nicht nur eine beträchtliche finanzielle Bereicherung für die FIFA, sondern auch eine massive Werbefläche für ein Unternehmen, das für seine Umweltauswirkungen in der Kritik steht. Das Logo des Ölkonzerns ist rund um die WM-Partien in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) allgegenwärtig.
Es bleibt abzuwarten, ob der zunehmende Druck der NGOs und die öffentliche Empörung die FIFA dazu zwingen werden, ihre Sponsoring-Politik zu überdenken. Doch eines ist sicher: Die Glaubwürdigkeit des Weltfußballverbands steht auf dem Prüfstand – und die WM 2026 könnte zu einem symbolträchtigen Wendepunkt werden.
