Wm-skandal: videoschiedsrichter evans rechtfertigt handgeste
Ein Schatten liegt über der Fußball-Weltmeisterschaft: Der australische Videoschiedsrichter Shaun Evans steht im Zentrum schwerer Vorwürfe, nachdem er während des deutschen WM-Auftakts gegen Curacao eine Handgeste zeigte, die von Rechtsextremen missbraucht wird. Evans wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen, doch der Fall wirft ein unangenehmes Licht auf den deutschen Fußball.

Evans’ erklärung: ein unwillkürliches zucken?
Der Schiedsrichter beteuert, dass die umstrittene Geste, bei der Daumen und Zeigefinger eine bestimmte Formation bilden, keineswegs bewusst und mit der Absicht gesetzt wurde, eine politische Botschaft zu vermitteln. „Ich möchte klarstellen, dass ich keineswegs absichtlich eine Handgeste oder ein Symbol gemacht habe, um eine Botschaft, eine Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Weltanschauung jeglicher Art zu vermitteln“, erklärte Evans in einer Stellungnahme. Er führte an, dass es sich um ein unwillkürliches Zucken handelte, das ihm in dem Moment gar nicht bewusst war. Eine Bewegung, die er im weiteren Verlauf des Spiels, während er einen Stift hielt, wiederholt habe.
Die FIFA reagierte prompt und bestätigte, den Vorfall registriert und um eine Erklärung gebeten zu haben. Nach eingehender Prüfung der Angelegenheit gab der Weltverband eine Erklärung ab, in der er mitteilte, dass die Stellungnahme des Australiers zur Kenntnis genommen wurde. Die Disziplinarkommission der FIFA sieht keinen hinreichenden Grund für eine Strafe gegen Evans.
Das Anti-Diskriminierungs-Netzwerk „Fare“ sieht den Vorfall deutlich kritischer. Der Verband forderte ursprünglich den Ausschluss Evans von der WM, da die Geste, unabhängig von der Absicht, eine verstörende Assoziation hervorruft. Die Forderung wurde jedoch nach der Erklärung von Evans und der FIFA zurückgezogen.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft steht nun vor der Aufgabe, diesen Vorfall zu verarbeiten und sich auf die kommenden Spiele zu konzentrieren. Der Fall Evans ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball noch lange nicht abgeschlossen ist. Nur durch eine konsequente Auseinandersetzung mit solchen Vorfällen und eine Null-Toleranz-Politik kann das Vertrauen der Fans in den fairen Sport wiederhergestellt werden.
Der deutsche Fußballverband steht nun im Fokus der Kritik, ob er genügend Maßnahmen ergriffen hat, um seine Schiedsrichter im Umgang mit solchen Situationen zu schulen und zu sensibilisieren. Die kommenden Tage werden zeigen, welche Konsequenzen dieser Vorfall für den deutschen Fußball haben wird.
