Wm-reise: berliner schockiert mit fan-kosten und stimmungslage

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko steht vor der Tür – und für viele Fans ein teurer Traum. Pasquale Seliger, ein eingefleischter DFB-Fan aus Berlin, reist trotz der immensen Kosten und der fragwürdigen Bedingungen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Sein Urteil: „Es gab noch kein fanfeindlicheres Turnier.“

Ticketpreise im orbit und platzierung im stehblock

Seliger, der als Vorsänger der deutschen Fankurve regelmäßig bei großen Turnieren dabei ist, berichtet von Preisstrukturen, die schlichtweg absurd sind. Während die Euro 2024 in Deutschland noch erschwingliche Tickets im Unterrang bot, sind diese bei der WM 2026 nur noch für Scheichs und Großkonzerne erschwinglich. „Die günstigste Kategorie ist jetzt im dritten Oberrang hinten in der Ecke – und der Unterrang hinterm Tor, einst ein Schnäppchen, ist zu einem der teuersten Tickets geworden“, so Seliger mit offener Kritik an der FIFA.

Doch die hohen Kosten sind nicht das einzige Problem. Auch die Platzierung der Fans lässt zu wünschen übrig. „Wir Fans, die Bock haben Stimmung zu machen, werden einfach extrem schlechte Plätze haben und dadurch schlechter zu hören sein“, klagt Seliger. Das schränkt nicht nur die Atmosphäre ein, sondern erschwert auch die Unterstützung der Mannschaft.

Politische bedenken und fehlende euphorie

Politische bedenken und fehlende euphorie

Neben den finanziellen und logistischen Hürden machen Seliger auch die politische Situation in den USA Sorgen. „Unser Ziel ist es, die Politik aus dem Stadion und der Fankurve rauszuhalten.“ Dennoch will er sich nicht von seinen Ängsten lähmen lassen. „Ich habe Bock auf ein geiles Fußballturnier und die Magie, die der Fußball mit sich bringt.“

Was auffällt: Die Euphorie im deutschen Lager hält sich in Grenzen. Seliger bestätigt diesen Eindruck: „Wir hatten eigentlich nie wirklich große Euphorie vor den Turnieren. Das Schöne ist aber, dass wir traditionell eine Turniermannschaft sind.“

Seliger blickt optimistisch in die Zukunft. „Meine Emotionen sagen mir: Ich bin ready, habe Bock drauf und glaube auch fest daran. Sonst bräuchte ich da ja auch nicht hinreisen.“ Mit diesem unbändigen Optimismus und dem festen Glauben an eine deutsche Erfolgsaussicht reist er in Richtung WM – trotz aller Widrigkeiten. Denn am Ende zählt nur der Traum vom fünften Stern.