Wm-qualifikation: deutschland nach pleite unter druck

Zagreb hat den Deutschen die Realität vor Augen geführt: Ohne ihre internationalen Stars ist die WM-Qualifikation alles andere als gesichert. Die 88:93-Niederlage gegen Kroatien am Freitagabend ist ein Weckruf, der mehr als nur eine Revanche am Sonntag in Bonn erfordert.

Was hinter der klatschsüchtigen reise von johannes thiemann steckt

Johannes Thiemann, der widerwillige Retter in der Not, flog über Umwege aus Japan an, um die Nationalmannschaft zu unterstützen. 9.000 Kilometer für gerade einmal 80 Minuten Basketball – eine Reise, die exemplarisch für die aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft steht. Der Center, der bei den Gunma Crane Thunders in der japanischen B.League ein geschätztes Millionengehalt kassiert, gab an, die kurze Pause in der japanischen Liga genutzt zu haben. Die Strapazen sind jedoch offensichtlich: Jetlag und die kurze Vorbereitungszeit belasten den Europameister sichtlich.

Doch Thiemann ist nicht allein. Das Fehlen von Schlüsselspielern wie Dennis Schröder, Andreas Obst und den Wagner-Brüdern wiegt schwer. Bundestrainer Alex Mumbru muss improvisieren und auf Spieler setzen, die in der aktuellen Verfassung nicht die gleiche Qualität bieten. Die bisherige Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlage in der Qualifikation zeigt, dass die Gruppe zwar noch erreichbar ist, aber der Druck steigt. Die ersten drei Teams der Gruppe qualifizieren sich für die nächste Runde, aber die bisherigen Ergebnisse werden mitgenommen – ein Umstand, der die Bedeutung des Rückspiels in Bonn erhöht.

Die Hoffnung ruht nun auf der Unterstützung durch die Bayern-Stars Oscar da Silva und Justus Hollatz, die sich dem Kader anschließen werden. Thiemann mahnt zur Besonnenheit: „Wir brauchen mehr Kontrolle im Spiel und dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen.“ Die Fans in Bonn werden zweifellos eine entscheidende Rolle spielen, aber am Ende wird es auf die Leistung der Spieler ankommen.

Die Niederlage in Zagreb hat gezeigt, dass die deutsche Nationalmannschaft ohne ihre Top-Stars verwundbar ist. Die WM-Qualifikation ist kein Selbstläufer, und die kommenden Spiele werden zeigen, ob Deutschland den Titel verteidigen kann oder ob die Reise in diesem Sommer in einem frühen Stadium endet. Thiemanns Reise aus Japan mag ein Symbol für den Einsatz sein, aber er kann die Lücken, die durch das Fehlen der Stars entstehen, nicht alleine füllen. Die bittere Wahrheit: Basketball ist eben kein Einzelkampf.