Wm-gruppenphase: was wirklich zum weiterkommen reicht!

Die Spannung steigt! Vor dem letzten Spieltag der WM-Gruppenphase wirren viele Teams im Nebel der Möglichkeiten. Reicht ein Punkt? Vier? Oder braucht es ein Fußballwunder? Wir klären auf, was die Teams wirklich wissen müssen, um in die K.o.-Phase einzuziehen.

Die knifflige mathematik des weiterkommens

Aktuell, so zeigt die Analyse, genügen vier Punkte und eine Tordifferenz von +1, um unter die acht besten Gruppendritten zu fallen. Das ist der Berg, den viele Teams im Blick haben. Aber Vorsicht: Diese Hürde wird sich im Laufe der Spiele senken, je mehr Gruppen bereits ihre Entscheidungen getroffen haben. In Gruppen D, I, J und L ist dieser Wert offenbar nicht zu erreichen – ein Hoffnungsschimmer für andere.

Aber: Ein einziger Punkt wird kaum zum Überleben reichen. Ecuador, das am Sonntag gegen Deutschland ran muss, hat das bereits zur Kenntnis genommen. Selbst wenn die Südamerikaner den dritten Platz erobern, ist das Aus quasi besiegelt, denn in mindestens acht Gruppen werden die Gruppendritten mindestens zwei Zähler auf dem Konto haben. Die Rechnung ist einfach, aber brutal.

Vier punkte sind gold wert – oder doch nicht?

Vier punkte sind gold wert – oder doch nicht?

Die Erfahrung vergangener Turniere malt ein verlockendes Bild: Vier Punkte werden wahrscheinlich ausreichen, unabhängig von der Tordifferenz. Doch die Theorie ist trügerisch. In elf von zwölf Gruppen ist es theoretisch möglich, dass der Dritte auf vier Punkte kommt. Die Schwelle wird sich also vermutlich bei drei Punkten und einer Tordifferenz von +1 oder +2 einpendeln. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan.

Der „nichtangriffspakt“ – ein altes märchen?

Der „nichtangriffspakt“ – ein altes märchen?

Die Möglichkeit eines „Nichtangriffspakts“ – wie bei der WM 1982, als Algerien und Österreich die Welt mit ihrer „Schande von Gijon“ schockierten – ist natürlich nicht ausgeschlossen. Vor allem in den Gruppen, die als letzte enden, können sich Teams arrangieren. Stell dir vor: Algerien und Österreich, beide mit drei Punkten, wissen vor ihrem Duell, ob ein Unentschieden für beide Teams ausreicht. Dann könnte ein taktisches Remis die bessere Option sein – ein Szenario, das die Geschichte des Fußballs bereits kennt. Doch wer wird dieses Mal der Leidtragende sein? Jener Gruppendritte, der bis dato über dem Strich lag und nach tagelangen Warterei doch die Koffer packen muss?

Die Wahrheit ist: Die kommenden Tage werden nervenaufreibend. Die WM-Gruppenphase hat uns schon so manches überraschende Ergebnis beschert, und es ist gut möglich, dass wir noch weitere Dramen erleben werden. Die Teams müssen sich auf das Unvorhersehbare einstellen und ihr Bestes geben – denn am Ende zählt nur der Sieg.