Wm-chaos: iranische nationalmannschaft bangt um reise nach usa
Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist für die iranische Nationalmannschaft getrübt: Nur an Spieltagen darf das Team das US-amerikanische Territorium betreten – eine unfassbare logistische Hürde und eine diplomatische Zitterpartie angesichts der angespannten Beziehungen zwischen Teheran und Washington.

Reisestrapazen statt trainingslager
Nach offiziellen Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko City müssen die Spieler und Offizielle des Teams nach jedem Einsatz in den USA unverzüglich wieder das Land verlassen. Das bedeutet: Morgens Anreise, abends Abreise – ein Szenario, das nicht nur die Vorbereitung auf die kommenden Partien erschwert, sondern auch die Erholung der Athleten erheblich beeinträchtigt. Die Entscheidung, die offenbar von den US-Behörden getroffen wurde, wirft ein düsteres Licht auf die Organisation des Turniers und wirft Fragen nach der Behandlung ausländischer Mannschaften auf.
Alle drei Vorrundenspiele des Iran finden in den Vereinigten Staaten statt. Das Team hat sein Quartier in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana gewählt, um die logistischen Herausforderungen zumindest etwas zu minimieren. Die Distanzen sind jedoch enorm: Los Angeles, Austragungsort des Spiels gegen Neuseeland, liegt knapp 230 Kilometer entfernt, Seattle, wo Ägypten auf den Iran trifft, sogar über 2000 Kilometer.
Ein Fiasko für den iranischen Fußball? Die iranische Botschaft in Ankara reagierte scharf auf die Entscheidung und sprach von einer „willkürlichen und diskriminierenden Behandlung“ des Teams. Die Situation sei „auf die höchste Stufe gehoben“ worden, hieß es in einer Erklärung. Die Kritik kommt nicht von ungefähr: Der Kriegszustand zwischen den USA und dem Iran, der sich durch die jüngsten Bombardierungen durch die USA und Israel verschärft hat, bildet den politischen Hintergrund für diese restriktiven Maßnahmen.
Doch es gibt noch mehr: Laut iranischem Staatsfernsehen wurden 15 Personen der Delegation die Visaberechtigung für die USA verweigert. Die Identität der Betroffenen und die Gründe für die Ablehnung sind bislang unklar. Ein Schlag ins Gesicht für den iranischen Fußballverband und ein unnötiger Druck für das Team vor dem größten Auftritt seiner Karriere.
Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen noch eine Lösung finden, um die Reise des iranischen Teams zu vereinfachen und die Spieler nicht unnötig zu belasten. Denn eines ist klar: Die WM sollte eine Bühne der sportlichen Höchstleistungen sein, nicht eine politische Bühne des Konflikts.
