Italienischer fußball: baldini übergibt das zepter – und kritisiert die arbeitsmoral!
Heraklion – Der vorläufige Teamchef Silvio Baldini hat seine Mission in Griechenland beendet und die Nachfolge an seinen Nachfolger übergeben. Doch bevor er sich verabschiedete, ließ er es noch einmal krachen: Seine harsche Kritik an der Arbeitsmoral italienischer Spieler sorgte für Aufsehen.

Die bittere wahrheit über italienischen profifußball
„Stellt euch vor, wie weit manche Spieler kommen würden, wenn sie genauso hart trainieren würden wie anderswo“, polterte Baldini, dessen Ausführungen unseren Korrespondenten Guglielmo Buccheri vor Ort bestätigten. „Conte ist in Sachen Methodik unerreicht, ob man ihn mag oder nicht. Er gewinnt, weil er einen unerbittlichen Standard setzt.“ Die Worte des erfahrenen Trainers treffen einen Nerv: Während andere Sportarten wie Alpinismus oder Tennis ihre Athleten an die absolute Spitze treiben, scheint im italienischen Fußball oft die Leidenschaft zu fehlen, das zusätzliche Quäntchen Bereitschaft einzubringen.
Baldini betonte, dass er während seiner kurzen Amtszeit alles daran gesetzt habe, seinen Spielern eine Methodik zu vermitteln. „Ohne Methodik kommst du nicht weit“, erklärte er. Er lobte die Arbeitsethik von Athleten wie Chiara Brignone oder Tennisspielern, die unermüdlich an ihren Fähigkeiten feilen. „Zwei Stunden, zwei Stunden und eine halbe Stunde Training am Tag – das ist alles, was unsere Spieler investieren. Andere Athleten geben das Vielfache aus.“
Ein Hoffnungsschimmer am Horizont
Trotz seiner Kritik zeigte sich Baldini dennoch optimistisch. Er sieht in Bartesaghi, einem jungen Talent des AC Mailand, ein großes Potenzial. „Er ist neben mir und könnte den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen“, grinste er, bevor er das Zepter an seinen Nachfolger übergeben wird. Das Spiel gegen Griechenland endete zwar, wie erwartet, in einer knappen Niederlage, doch Baldinis Worte werden noch lange nachhallen und die Diskussion über die Zukunft des italienischen Fußballs anregen.
Die Aufstellung gegen Griechenland wies zwei Veränderungen auf: Ahanor ersetzte Favasulli, und Ekhator sprang für den verletzten Cherubini ein. Ansonsten verließ sich Baldini auf die Erfahrung von Donnarumma im Tor und die Beweglichkeit von Pio Esposito im Angriff. Das Mittelfeld bildeten Lipani, Ndour und Pisilli – ein eingespieltes Quartett, das im U-Team von Baldini stets verlässliche Leistungen zeigte.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wird der nächste Teamchef in der Lage sein, die von Baldini angestoßenen Veränderungen nachhaltig umzusetzen und die italienische Nationalmannschaft wieder an die Weltspitze zu führen? Die Antwort wird die kommenden Monate zeigen.
