Wm 2026: neuer ball könnte weitschüsse verkürzen – wissenschaftler warnen!
Die Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür, und mit ihr ein potenzielles Problem für Schützen: Der offizielle Spielball, Trionda, könnte Weitschüsse merklich verkürzen. Windkanal-Tests in Japan haben ergeben, dass der Ball bei hohen Geschwindigkeiten einen ungewöhnlich hohen Luftwiderstand aufweist – eine Erkenntnis, die die Taktik vieler Mannschaften beeinflussen könnte.
Aerodynamische schwächen des trionda
Ein Forscherteam unter der Leitung des US-Physikprofessors John Eric Goff, bekannt für seine jahrelange Analyse von WM-Bällen, hat den Trionda an der Universität Tsukuba auf Herz und Nieren geprüft. Die Ergebnisse sind überraschend: Der Ball erreicht die sogenannte Drag Crisis – einen Geschwindigkeitsbereich, in dem sich der Luftwiderstand plötzlich verändert – bereits bei rund 43 km/h. Das ist deutlich früher als bei seinen Vorgängern, dem Al Rihla (Katar, 50-65 km/h), dem Telstar 18 (Russland) und dem Brazuca (Brasilien).
Was bedeutet das für die Spieler? Ein Weitschuss, der normalerweise 30 Meter weit fliegt, könnte nun nur noch 25 Meter erreichen – ein messbarer Unterschied, der die Torerwartung drastisch senken kann. Besonders betroffen sind Spieler, die auf lange Bälle und Distanzschüsse setzen, um ihre Gegner zu überraschen oder gefährliche Situationen zu kreieren. Die neue Ballkonstruktion, bestehend aus nur vier Paneelen – die glatteste Oberfläche aller Zeiten für eine Männer-WM – scheint hier ein entscheidender Faktor zu sein.

Die lehre aus dem jabulani-desaster
Die Erinnerung an die WM 2010 in Südafrika und den umstrittenen Jabulani-Ball ist noch lebendig. Seine unvorhersehbare Flugbahn sorgte damals für heftige Kritik und machte das Spiel für viele Fans weniger attraktiv. Die Drag Crisis lag bei diesem Ball zwischen 79 und 97 km/h, also im typischen Bereich für Schussgeschwindigkeiten. Die Entwickler von Adidas haben versucht, diesen Fehler zu vermeiden, aber die aktuellen Ergebnisse werfen Fragen auf.
Die Farben des Trionda – Rot für Kanada, Blau für die USA und Grün für Mexiko – sind zwar optisch ansprechend, doch die technischen Aspekte scheinen in den Hintergrund geraten zu sein. Die eingebauten Texturen sollen zwar den Luftstrom lenken und die Flugbahn stabilisieren, aber die Windkanal-Tests zeigen, dass das nicht in allen Geschwindigkeitsbereichen funktioniert.
Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Applied Sciences, weist eine wichtige Einschränkung hin: Die Tests wurden ohne Rotation durchgeführt. Das bedeutet, dass das tatsächliche Verhalten des Balls unter Spielbedingungen abweichen könnte. Dennoch ist die Warnung der Wissenschaftler ernst zu nehmen: Die WM 2026 könnte ein ganz anderes Gesicht bekommen, wenn Weitschüsse plötzlich deutlich weniger gefährlich werden.
