Zverevs triumph: kohlschreiber dankt dem champion

Ein Raunen ging durch die Tenniswelt, als Alexander Zverev bei den French Open endlich den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel triumphierte. Und wer besser als ein langjähriger Weggefährte, Philipp Kohlschreiber, um die Bedeutung dieses Moments zu würdigen?

Kohlschreiber: „sascha hat uns das beschert“

Kohlschreiber: „sascha hat uns das beschert“

Kohlschreiber, der selbst viele Jahre zu den besten deutschen Tennisspielern zählte, sprach im Gespräch mit Sport 1 über die überwältigende Freude, die er an Zverevs Erfolg empfindet. „Ich bekomme da auch jetzt noch ein bisschen Gänsehaut, wenn ich darüber spreche, weil es mich für den Menschen einfach so sehr freut“, gestand der 42-Jährige. Der Titel ist mehr als nur ein persönlicher Erfolg für Zverev – er ist ein immenser Schub für das deutsche Tennis.

Die Sichtbarkeit, die ein solcher Triumph mit sich bringt, ist unbezahlbar. Kohlschreiber betonte, dass das deutsche Tennis diese Aufmerksamkeit dringend benötigt, um junge Menschen für den Sport zu begeistern. „So ein Triumph bringt einfach Sichtbarkeit, das braucht Tennis. Wir brauchen das, dass viele junge Menschen diesen Sport geil finden“, so Kohlschreiber. Er wünscht sich eine neue Welle der Begeisterung, vergleichbar mit der Zeit von Boris Becker, obwohl er weiß, dass dies schwer zu erreichen sein wird. Die hohen Einschaltquoten bei Eurosport, Nitro und RTL zeugen von dem großen Interesse an Zverevs Leistungen.

Zverevs Konstanz und sein unermüdlicher Einsatz haben das deutsche Tennis auf eine neue Stufe gehoben. Ohne ihn wäre die Kritik an der Leistungsfähigkeit des deutschen Tennis viel lauter gewesen. Er repräsentiert die deutsche Tennisschule und verkörpert die Tugenden harter Arbeit und unerschütterlichen Glaubens an sich selbst. Es ist eine Leistung, die weit über den Platz hinausreicht.

Im Finale gegen Flavio Cobolli kämpfte Zverev nicht nur gegen seinen Gegner, sondern auch gegen körperliche Strapazen. Leichte Krämpfe versuchten ihn zu brechen, doch er ließ sich nicht beirren. Kohlschreiber analysierte: „Das hat ihn nochmal beflügelt, weiter draufzugehen und sogar noch mutiger zu werden.“ Ein Quäntchen Glück war sicherlich auch auf seiner Seite, aber der Titel ist zweifellos verdient.

Ob Zverev nun endgültig zum Kreis der absoluten Weltspitze aufsteigt, bleibt abzuwarten. Kohlschreiber rät dazu, ihn in Ruhe genießen zu lassen und die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. „Er hat jetzt einen Grand Slam gewonnen. Ich hoffe, dass noch viele dazukommen werden“, sagte er. Während Wimbledon noch eine Herausforderung darstellen könnte, sieht Kohlschreiber Zverev bei den US Open bereits als einen der Top-Favoriten.

Die Abwesenheit von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz, die beide verletzungsbedingt ausfielen, mag den Weg für Zverev geebnet haben, doch es ändert nichts an der Tatsache, dass er sich diesen Titel hart erarbeitet hat. Alexander Zverev hat bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze gehört – und das deutsche Tennis kann stolz auf ihn sein.