Wm 2026: mehr spiele, neue regeln – geht das zusammen?
Die Fußballwelt hält den Atem an: Die WM 2026 wird größer, lauter, intensiver. Mit 48 Teams und einer Rekordzahl an Spielen verspricht das Turnier ein Spektakel zu werden. Doch zwischen all der Euphorie und den neuen Möglichkeiten birgt sich eine Frage: Sind die Regeln, insbesondere in Bezug auf die Verlängerung und die Elfmeterschießen, für diesen neuen Rahmen überhaupt geeignet?
Die verlängerung: ein luxus für die k.o.-runde
Anders als viele erwarten, wird die Verlängerung bei der WM 2026 nicht bei jedem Spiel zum Einsatz kommen. Stattdessen ist sie den K.O.-Spielen vorbehalten. In der Gruppenphase entscheidet ein Unentschieden über das Weiterkommen – ohne Verlängerung, ohne Elfmeterschießen. Das bedeutet: Teams müssen von Beginn an alles geben, um Punkte zu holen, da ein Unentschieden nicht mehr als ein Teilerfolg zählt. Ein taktischer Kniff, der die Gruppenphase sicherlich spannender machen könnte.
Sollte es dann doch in die K.O.-Runde gehen, wird es ernst. Nach 90 Minuten regulärer Spielzeit, bei einem Unentschieden, bekommen die Teams jeweils 15 Minuten Nachspielzeit – verteilt auf zwei Halbzeiten. Die Regel des Goldenen oder Silbernen Tor gibt es nicht mehr. Das bedeutet, die Verlängerung geht weiter, bis ein Tor fällt oder die Zeit abgelaufen ist.
Die bittere Realität des Elfmeterschießens
Und wenn auch die Verlängerung keine Entscheidung bringt? Dann kommt es zum Elfmeterschießen. Ein Szenario, das jeder Fußballfan kennt und für das es kein Entkommen gibt. Fünf Schüsse pro Team, und wenn es danach immer noch unentschieden steht, beginnt die sogenannte „Mutter aller Dramen“ – die sogenannte Todsichere Verlängerung. Ein einziger Fehlwurf kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Manuel Neuer, der Mann für die entscheidenden Momente, wird auch bei diesem Turnier eine Schlüsselrolle spielen.

Mehr wechsel, mehr belastung – ein balanceakt für die trainer
Ein weiterer wichtiger Aspekt des WM-Formats 2026 ist das Thema Fitness. Um den Spielern entgegenzukommen und die Belastung durch die erhöhte Anzahl an Spielen zu reduzieren, dürfen die Teams nun fünfmal wechseln – bereits in der regulären Spielzeit. Bei einer Verlängerung steht den Trainern sogar ein sechster Wechsel zur Verfügung. Ein Luxus, der es ermöglicht, frische Kräfte zu bringen und die taktische Flexibilität zu erhöhen. Die Frage ist, ob diese Regeländerung ausreicht, um die physischen Anforderungen des neuen Formats zu bewältigen.
Die WM 2026 verspricht, ein Turnier zu werden, das die Grenzen des Fußballs auslotet. Die neuen Regeln, die erhöhte Anzahl an Spielen und die gestiegene Belastung für die Spieler werden eine neue Ära im Weltfußball einläuten. Ob das Experiment gelingt, wird sich zeigen. Die Teams müssen sich anpassen, die Trainer müssen taktische Meisterleistungen vollbringen und die Fans dürfen sich auf ein Spektakel freuen, das ihresgleichen sucht. Die Zahlen sprechen für sich: 48 Teams, 104 Spiele – eine WM, die alles übertrumpft. Es bleibt abzuwarten, ob die Hoffnung auf mehr Spannung und Überraschungen gerechtfertigt ist. Aber eines ist sicher: Es wird ein Fußballfest, das in die Geschichte eingehen wird.
