Wm 1990: als maier hasenalarm auslöste – und beckenbauer lachte!

Rom, 1990. Der dritte WM-Titel für Deutschland, ein Sommermärchen, das bis heute in Erinnerung geblieben ist. Doch während die sportlichen Leistungen im Vordergrund standen, brodelte im deutschen Lager auch eine ausgelassene Stimmung – und ein ungewöhnlicher Einsatz von Sepp Maier.

Die lockere vorbereitung und der plan mit dem hasen

Die lockere vorbereitung und der plan mit dem hasen

Olaf Thon, im Gespräch mit Lenny Peteanu im SPORT1-Podcast „Deep Dive“, ließ kürzlich amüsante Details aus der WM-Vorbereitung Revue passieren. Die Stimmung war entspannt, Wasserski stand auf dem Programm – und ein ausgeklügelter Streich wurde vorbereitet. Der Plan zielte auf Physiotherapeut Adolf „Adi“ Katzenmeier ab, der sich seiner Ernsthaftigkeit kaum entziehen konnte.

„Andreas Brehme, Lothar Matthäus und Rudi Völler hatten das ausgeheckt“, so Thon. Brehme sollte sich theatralisch zu Boden werfen, während das Team zuvor den Arztkoffer präparierte und einen Hasen darin platzierte. Doch wie bekommt man ein Kaninchen unauffällig in ein WM-Quartier? Hier kam der legendäre Torwart Sepp Maier ins Spiel.

Der ungewöhnliche Anruf bei der Rezeption: Maier soll die Hotelrezeption kontaktiert und nach einem Hasen gefragt haben. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Ein anständiges Hotel bestellt keine Häschen!“ Maiers schlagfertige Retourkutsche: „Ein Kaninchen mein‘ ich doch!“ Und tatsächlich, das Tier soll ihm umgehend gebracht worden sein.

Der Moment, als der Hase aus dem Koffer sprang, sorgte für allgemeines Gelächter, auch wenn Adi Katzenmeier zunächst kollerisch reagierte und abreisen wollte. Doch Franz Beckenbauer, der Kaiser höchstpersönlich, wusste, wie man die Situation entschärfte. Er brachte Katzenmeier beim Abendessen zum Lachen und überzeugte ihn, zu bleiben.

Was uns sofort ins Auge fällt: Diese Freiheit und dieser Humor sind im heutigen DFB-Team, das sich in Winston-Salem befindet, kaum vorstellbar. Poolspiele und Basketball sind zwar angesagt, aber alkoholische Getränke dürften wohl eher die Ausnahme sein. Thon erinnert sich: „Wir hatten unsere Freiheiten, Franz Beckenbauer hat eine lange Leine gehabt.“

Beckenbauers Feingefühl: Mehr als nur Taktik: Der WM-Titel wurde nicht nur durch sportliches Können, sondern auch durch eine entspannte Atmosphäre und den guten Humor des Trainers errungen. Beckenbauer verstand es, das Team zu motivieren und gleichzeitig für eine lockere Stimmung zu sorgen – und das mit einem kleinen Hasen als Requisite. Die Geschichte zeigt, dass der „Kaiser“ nicht nur ein taktischer Meister, sondern auch ein Mensch mit einem außergewöhnlichen Gespür für die Bedürfnisse seines Teams war.