Ev zug rettet sich mit blitzstart vor dem aus – davos verschläft den sweep

33 Sekunden. So schnell war die Serie schon begraben – und dann doch wieder offen. Der EV Zug hat sich mit einem Schockstart und einem 5:2 gegen den HC Davos zurückgemeldet, die Viertelfinalserie auf 1:3 verkürzt. Für die Zentralschweizer war es mehr als ein Sieg: Es war eine Geste des Überlebenswillens. Für die Bündner ein Weckruf.

Frühes 3:0 – und plötzlich war wieder luft da

Andreas Wingerli traf nach 33 Sekunden, bis zur 14. Minute war alles klar – zumindest auf dem Papier. 3:0, Powerplay, Momentum, lautes Parkstadion. Gregory Hofmann strahlte nach dem Spiel: „Wir haben den Druck gelegt, die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht.“ Doch wer dachte, dass damit die Davoser Geschichte beendet sei, sollte sich irr lassen.

Das Mitteldrittel gehörte plötzlich wieder Davos. Stransky und Ryfors verkürzten, das Spiel kippte. Zug wurde passiv, wie Hofmann zugab: „Wir wollten fast zu sicher spielen.“ Die Bündner rochen Blut, doch der Ausgleich blieb aus. Im Schlussdrittel schlugen Sven Senteler und erneut Wingerli zu – 5:2, Endstand, neues Leben.

Michael fora spricht klartext: „unsere dna war nicht da“

Michael fora spricht klartext: „unsere dna war nicht da“

Die Davos-Kabine war nach dem Spiel so leer wie ihre Startviertelminute. Michael Fora brauchte keine Minute, um die Wahrheit auszusprechen: „Wir haben nicht 60 Minuten Eishockey gespielt.“ Der Nationalverteidiger sprach von fehlender Konstanz, von einer Startviertelstunde, die „nicht gut“ war, und von einer Identität, die plötzlich verschwunden war. „Unsere DNA haben wir heute nicht über das ganze Spiel gebracht.“

Die Statistik bestätigt ihn: Davos lag nach dem ersten Drittel zurück, gewann das zweite mit 2:0, verlor das dritte mit 0:2. Die Bündner waren nur dann gefährlich, wenn sie wach waren. Das reicht nicht gegen ein Team wie Zug, das plötzlich wieder an sich selbst glaubt.

Jetzt geht’s zurück in die bündner alpen – mit offenem visier

Jetzt geht’s zurück in die bündner alpen – mit offenem visier

Die Serie ist nicht mehr vorbei. Zug hat gezeigt, dass Davos nicht unbesiegbar ist. Und Davos hat gezeigt, dass es seine größte Stärke – Konstanz – vermissen lässt. Für die Zentralschweizer geht es jetzt um mehr als ein Spiel: Es geht um Selbstrespekt. Für die Bündner um die Frage, ob sie wirklich 60 Minuten lang ihre DNA leben können – oder ob sie doch noch einmal wackeln.

Am Samstag in Davos wird die Antwort stehen. Und sie wird nicht in der ersten Minute fallen. Aber vielleicht in der letzten.