Wisla plock krönt sich zum 14. mal zum pokalkönig und lässt gdansk alt aussehen

Die Nacht gehörte ganz Orlen Wisla Plock. Mit einem 31:25 im polnischen Pokalfinale schickte der Champions-League-Starter PGE Wybrzeze Gdansk auf die Bretter und sicherte sich den 14. Teller in der Klubgeschichte – eine Zahl, die selbst in der Handball-Hochburg Polen Respekt erzeugt.

Plock dreht auf, gdansk bleibt stehen

Die erste Hälfte war noch ein offener Schlagabtausch. Beide Teams jagten sich mit Tempogegenstoß und Manndeckung, bis Wisla in der 25. Minute die Schraube anzog. Serhio Sroczyk und Alex Dujshebaev zogen die Abwehr auseinander, Andreas Berg parierte zwei Siebenmeter in Folge – plötzlich lag Plock mit 16:13 vorn. Die Gdansker Bank schrie, aber nichts zog mehr.

Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag. Michal Daszek warf aus dem Rückraum wie am Schnürchen, Lukas Janc schraubte sich aus spitzem Winkel an die Latte. Die Quote der Plocker stieg auf 72 Prozent, während Gdansk in der 45. Minute sieben Minuten ohne Tor blieb – ein Ewigkeitswert bei diesem Tempo. Trainer Piotr Przybecki probierte 6:0, 5:1 und sogar eine Doppel-Deckung, aber sein Angriff lief gegen die Wisla-Mauer frontal auf.

Verdiente krönung nach dem vorjahrs-debakel

Verdiente krönung nach dem vorjahrs-debakel

Die letzten 120 Sekunden waren Formsache. Als Tin Lučin den Ball zum 31:25 in die Ecke donnerte, explodierte die Plock-Fankurve. Die Spieler warfen sich auf Torhüter Alilovic, der nach seiner Schulter-OP im Sommer lange auf diesen Moment gewartet hatte. „Wir haben das vergangene Finale gegen Kielce verschenkt, heute haben wir es zurückgeholt“, sagte Kapitän Daszek mit Tränen in den Augen.

Die Zahl 14 steht jetzt im Vereinsmuseum – und sie macht Lust auf mehr. In zwei Wochen startet Wisla in die Champions-League-Play-offs. Wer so effizient wirft und hinten eine Quote von 42 Prozent gehaltenen Würfen liefert, darf träumen. Gdansk muss sich mit dem Pokalsilber trösten, doch die Lektion ist klar: gegen Plock reicht Selbstvertrauen allein nicht, man muss auch treffen.