Wirtz zaubert, nagelsmann jubelt: 4:3 in basel entfacht wm-feuer
Florian Wirtz schlug zweimal ein, das Netz zitterte, die Schweizer standen mit offenen Mündern da. 4:3 in Basel – mehr als ein Testspielergebnis, es ist ein Glaubensbeweis, den Julian Nagelsmanns Mannschaft da ablieferte.
Ein angriff, der mexiko schon jetzt fürchtet
13 hochkarätige Chancen gegen die sonst undurchdringliche Nati, die zuvor zehn Spiele lang ungeschlagen blieb. Wirtz, Gnabry, Havertz – ein Dreigestirn, das sich in 90 Minuten so viel zutraute, als hätte es schon Jahre zusammengespielt. Der Leverkusener zauberte zwei Tore aus dem Nichts, Gnabry setzte den Traumpass seines Klubkumpels eiskalt um. Dahinter agierte Kai Havertz wie befreit, endlich wieder Mittelpunkt statt Mittellinie.
Doch hinter dem Feuerwerk lauert ein Problem, das Nagelsmann nicht wegdiskutieren kann. Zwei Stockfehler von Schlotterbeck, ein Luftduell, das Tah verlor – drei Gegentore, die bei einer WM nicht nur weh tun, sondern rauswerfen. Der Bundestrainer hatte bewusst auf Antonio Rüdiger verzichtet, um den linksfüßigen Dortmunder die Aufbauvariante zu geben. Nun muss er sich fragen, ob Qualität oder Stabilität wichtiger ist.

Sané blamiert sich, karl erbt das feld
Leroy Sané lieferte sich mit seinen Gala-Aussetzern ein Solo, das selbst die Schweizer Ultras pfeifend begleiteten. Die Entscheidung, ihn trotz mangelnder Spielzeit in Istanbul zu nominieren, schlug sich in Stockungen und Fehlpässen nieder. Dafür riss Debütant Lennart Karl das Spiel an sich, sprintete, flankte, störte – und bewies, dass Talent nicht immer namens Sané heißen muss.
Die Lehre aus Basel: Diese DFB-Elf kann jeden Gegner schlagen – und sich selbst auch. Der Glaube ist entzündet, doch das Ruder liegt noch locker in der Hand. Gegen Ghana am Montag in Stuttgart muss Nagelsmann die Balance finden zwischen Offensiv-Feuer und Defensiv-Feuerwehr. Sonst bleibt das Spektakel in Basel nur ein kurzes Feuerwerk statt der Startschuss zum WM-Traum.
