Wm 2026: völler schwört auf den „geist von winston-salem“
Rudi Völler, der Sportdirektor des DFB, hat im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eine überraschende These aufgestellt: Die Wahl des Quartiers könne entscheidend für den Erfolg der deutschen Mannschaft sein. Sein Fokus liegt dabei auf dem „The Graylyn Estate“ in Winston-Salem, North Carolina, das er als idealen Ort für die Vorbereitung sieht.

Ein historisches hotel statt luxus-resort
„Ich glaube normalerweise nicht an Gespenster“, so Völler im Gespräch mit der Sport Bild, „aber an den Geist von Winston-Salem glaube ich gerne.“ Er argumentiert, dass die Atmosphäre und der Teamgeist, die in dem historischen Hotel entstehen können, für den Erfolg entscheidend seien. Anders als manch anderer mag Völler kein glitzerndes Luxus-Resort, sondern einen Ort mit Charakter bevorzugen. „Das ist kein Luxusgut, sondern einfach ein schönes historisches Hotel, das wir uns gemütlich machen werden“, betonte er. Eine Players Lounge, Besuch von Familien und genügend Freizeit sollen für die nötige Ablenkung sorgen – ein Konzept, das Völler als „perfekt“ betrachtet.
Die Kritik an der Quartierauswahl weist der erfahrene Funktionär entschieden zurück. „Die Wahl des Turnier-Quartiers ist traditionell eine der deutschen Stärken, und das seit Jahrzehnten“, erinnerte Völler, der sich dabei an den vermeintlichen Fehltritt mit Watutinki bei der WM 2018 erinnerte. „Aktuelle Bedenken kann ich komplett zerstreuen: Unser Teammanagement hat mit dem ‚The Graylyn Estate‘ sehr gute Arbeit geleistet.‘“ Die Wahl sei, so Völler, rein sportlich betrachtet ideal.
Es ist eine bekannte Taktik, die Erwartungen zu managen. Völler selbst weiß das. Doch die Aussage, dass die sportliche Leistung letztendlich alles entscheidet, klingt fast wie eine Ablenkung. Denn die Geschichte kennt viele Geschichten von Teams, die in vermeintlich suboptimalen Verhältnissen triumphierten. Wie Völler selbst anmerkte: „Alles ist eine Legendenbildung. Ob das Trainingscamp gut oder schlecht war, entscheidet allein, ob du ein super Turnier spielst.“ Die Erinnerung an den „Geist von Malente“ aus dem Jahr 1974, der den deutschen WM-Triumph begleitete, ist ihm dabei ein willkommener Verbündeter.
Letztendlich wird die Leistung des Teams auf dem Platz über die Bewertung der Quartierauswahl entscheiden. Völler hat sich entschieden, auf Winston-Salem zu setzen – und ob sich diese Entscheidung als glückstreffend erweist, wird die Welt im kommenden Sommer sehen. Die Fußballwelt wird es beobachten.
