Wm 2026: fans aufgebracht – fifa kassiert weiter?

Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko trübt sich zusehends. Nicht wegen des sportlichen Levels, sondern wegen der astronomischen Kosten, die Fans für die An- und Abreise zu den Spielen aufbringen müssen. Eine Entwicklung, die viele als glatte Abzocke empfinden und die den Ruf des Weltfußballs weiter beschädigen könnte.

Transportkosten explodieren in boston und new jersey

Während die Organisatoren mit einem Spektakel und einer Feier des Fußballs preisen, sehen die Fans die Rechnung – und sie ist jenseits jeder Vorstellungskraft. Besonders in Boston und New Jersey schlagen die Transportpreise alarmierend zu Buche. Ein Hin- und Rückfahrt im Bus zum Gilette Stadium in Boston soll mit satten 95 US-Dollar zu Buche schlagen, während die Bahntickets mit 80 US-Dollar eine neue Preisdimension erreichen. New Jersey Transit übertrifft diese Werte sogar noch: Für die Fahrt von Manhattan zum MetLife Stadium werden 100 US-Dollar fällig – ein Betrag, der selbst eingefleischte Fans vor eine Zerreißprobe stellt.

Das betrifft auch deutsche Anhänger. Das DFB-Team trifft am 25. Juni in New York/New Jersey auf Ecuador, und in der K.O.-Runde könnten weitere Reisen nach Boston anstehen, wo bereits Frankreich und England im Einsatz sind. Guillaume Aupretre, Sprecher der größten französischen Fanorganisation, sprach von einer „Schande“ und kritisierte die FIFA scharf: „Sie häufen immer mehr Zusatzkosten an, ohne an die Fans zu denken.“

Die FIFA scheint die treuesten Anhänger zugunsten der Reichen auszuschließen. Ein Vorwurf, der durch die jüngsten Ticketverkäufe noch verstärkt wird. Fans, die ursprünglich Tickets der Kategorie 1 bestellt hatten, erhielten teilweise Tickets der Kategorie 2 – ein Vorgehen, das zwar rechtlich gedeckt ist, aber in der Praxis einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, besonders im Hinblick auf die neuen Hospitality-Tickets, die exklusiv in der Kategorie 1 angeboten wurden.

Auch in England sorgt die Situation für Unmut. Die „Free Lions“ schrieben empört: „Ein weiterer Tag, eine weitere Abzocke bei dieser Weltmeisterschaft. Was um alles in der Welt geht hier vor?“ Ein Gefühl, das sich bei vielen Fans überwindet.

Football supporters europe spricht klartext: „erpressung“

Football supporters europe spricht klartext: „erpressung“

Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe (FSE), hält die Vorgehensweise der FIFA für inakzeptabel: „Fans zur Kasse zu bitten, dass sie sich für eine sichere und umweltverträgliche Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel entscheiden, ist ein Hohn auf die Klimastrategie der FIFA und ihre Netto-Null-Verpflichtungen.“ Die FIFA scheint nur ein Ziel zu verfolgen: „So viel Geld wie möglich von einem gefangenen Publikum zu erpressen.“

Politiker schalten ebenfalls ein. Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, forderte die FIFA auf, die Transportkosten zu übernehmen. Ein Vorschlag, dem sich auch die demokratische Gouverneurin New Jerseys, Mikie Sherrill, anschließt. Die FIFA selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Die Frage ist, ob der Weltverband seine Verantwortung gegenüber den Fans endlich erkennt oder ob die WM 2026 zu einem weiteren Beispiel für Profitgier im Fußball wird.