Wimbledon-streit eskaliert: sabalenka und sinner setzen zeichen
Wimbledon – Die Diskussionen um die Preisgelder auf dem Centre Court sind in eine neue Runde gegangen. Top-Stars wie Aryna Sabalenka und Jannik Sinner zeigen nun offen ihren Unmut, indem sie ihre Medienverpflichtungen drastisch kürzen. Die angedrohte Eskalation scheint Realität geworden zu sein.

Die stars machen druck: medienboykott als signal
Nachdem die Organisatoren in diesem Jahr einen signifikanten Anstieg der Prämien versprachen, reichen diese Erhöhungen für einige Tennisprofis noch lange nicht aus. Sie fordern einen Anstieg der Preisgelder um 16 Prozent der Turniereinnahmen – eine Forderung, die bislang nicht erfüllt wurde. Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, beschränken Sabalenka und Sinner ihre Zeit vor den Journalisten in der ersten Turnierwoche auf lediglich 15 Minuten.
„Ich möchte, dass ihr alle versteht, dass ich euch respektiere und eure Zeit wirklich zu schätzen weiß“, erklärte Sabalenka während ihrer verkürzten Pressekonferenz. Ihre Worte verdeutlichen die Frustration, die unter den Spielern herrscht. Es geht nicht nur um das Geld selbst, sondern um eine gerechte Verteilung und Anerkennung der Leistungen der Athleten. Die Belarussin betonte, dass die Erhöhung zwar ein „großartiger Anfang“ sei, die Preisgelder der letzten zehn Jahre jedoch im Grunde unverändert geblieben seien. „Wir müssen uns endlich an einen Tisch setzen und eine Einigung finden, mit der alle zufrieden sind“, forderte sie.
Auch Jannik Sinner zeigte sich in seiner Medienrunde eher zurückhaltend. „Es wird besser“, räumte der Titelverteidiger ein, „auch wenn wir noch nicht an dem Punkt sind, wo wir zu 100 Prozent zufrieden sind.“ Er betonte, dass es in der Bewertung nicht nur um die finanzielle Seite gehe, sondern auch um die Sozialleistungen und andere Aspekte. Sinner, der am Montag gegen Miomir Kecmanovic auf dem Centre Court antreten wird, machte deutlich, dass die Veranstalter die Forderungen der Spieler kennen und die weitere Entwicklung abgewartet werden muss. Er fokussiert sich nun auf das Spiel: „Ich bin hier, um über Tennis zu sprechen.“
Die Situation zeigt deutlich, dass die Spieler bereit sind, härtere Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Organisatoren von Wimbledon stehen nun vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, die sowohl die Spieler als auch die Fans zufriedenstellt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Verhandlungen zu einem Durchbruch führen oder ob der Wimbledon-Streit weiter eskaliert.
