Werder bremen schlägt zu: schommertz rauscht aus oldenburg an die weser

Die Grün-Weißen schicken ein Signal Richtung Aufstiegszone. Louisa Schommertz, 22, Kreisläuferin, bisher unantastbar im VfL-Oldenburg-Trikot, wechselt zum SV Werder Bremen – und das, obwohl sie noch nie in ihrem Leben den Verein gewechselt hat.

Die Zahlen, die Trainerin Renee Verschuren in die Pressekonferenz wirft, sind klein, aber laut: 44 Tore in 15 Spielen, 3. Liga Nord, zweite Garnitur. Dahinter steckt eine Rechtshänderin, die in der Jugend kaum jemand bemerkte, aber in jedem Training die Latte ein Stück höher hängte. Nun soll sie in der 2. Bundesliga für Luft nach oben sorgen.

Warum bremen jetzt zuschlägt

Verletzungspech zerstörte die letzte Saison. Drei Kreisläuferinnen fielen zeitgleich aus, das Spielsystem kollabierte, die Punkte liefen davon. Verschuren spricht offen: „Wir wollten nie wieder auf dem Kreis improvisieren.“ Schommertz ist kein Sternchen, sondern eine Versicherung. Sie kennt die Härte der 3. Liga, hat gelernt, sich durchzubeißen, und bringt eine Prise Oldenburger Gelassenheit mit – nützlich, wenn es in der 2. Liga rau zugeht.

Der Transfer ist zugleich ein Machtwechsel. Oldenburg verliert seine heimische Torschützin, Bremen erhält eine Spielerin, die sich nicht versteckt. Schommertz selbst spricht von „dem optimalen Umfeld“, doch dahinter steckt auch ein persönlicher Schritt: Erstes Mal weg von Zuhause, erste Mal Profi-Alltag, erste Mal Druck statt Dorfklatsch.

Die Ablöse bleibt geheim, doch Insider wispern von einer niedrigen fünfstelligen Summe plus Leistungsprämien. Ein Schnäppchen, wenn Schommertz nur die Hälfte ihrer 3-Liga-Quote mitbringt. Und sie wird sie mitbringen, denn sie trainiert bereits mit, spürt die Geschwindigkeit der neuen Liga – und lächelt dabei. „Ich will treffen, egal gegen wen“, sagt sie, ohne Pathos, mit dem Ton jemand, der weiß, dass Tore ihren Wert nicht verlieren.

Was jetzt auf dem plan steht

Was jetzt auf dem plan steht

Bremen hat den Kader fast komplett zusammen, nur noch ein linker Rückraum soll kommen. Die Saisonvorbereitung startet am 6. Juli, das erste Pflichtspiel folgt Anfang September. Schommertz bekommt Nummer 19, ihr Platz im Mannschaftsbus ist reserviert, direkt hinter der Trainerin. Dort, wo früher die Verletztenliste lag, steht jetzt ein Name – handschriftlich, in Grün.

Die Message an die Konkurrenz ist klar: Werder reagiert nicht, Werder plant. Und wenn Schommertz in ihrer ersten Partie aufläuft, wird der Oldenburg-Block mit eigenen Augen sehen, was er verloren hat. Keine Träne, nur ein Tor. Oder zwei. Vielleicht drei. Die Liga ist gewarnt.