Vierschanzentournee in der krise: finanzstreit droht veranstaltungsortwechsel!

Die Vorbereitungen für die 75. Auflage der Vierschanzentournee stehen unter keinem guten Stern. Ein heftiger Streit um finanzielle Mittel zwischen dem Skiclub Partenkirchen und dem Deutschen Skiverband (DSV) könnte die traditionsreiche Tournee von Grund auf erschüttern – bis hin zur Frage, ob überhaupt gesprungen werden kann.

Der sc partenkirchen fordert deutlich mehr geld

Im Zentrum des Konflikts steht die Forderung des Skiclubs Partenkirchen, Ausrichter des prestigeträchtigen Neujahrsspringens, nach einer deutlichen Erhöhung der finanziellen Unterstützung durch den DSV. Demnach sollen die Partenkirchener eine Steigerung um rund 30 Prozent verlangen, wie aus Informationen der Bild-Zeitung hervorgeht. Ein Betrag, der die ohnehin angespannte Lage des Klubs deutlich macht.

Michael Maurer, Präsident des SC Partenkirchen, sieht die Situation offen: „Wir tragen das komplette Risiko, hatten 22 Jahre lang aber keine signifikanten Zahlungsanpassungen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir bei der Tournee Fehlbeträge in unseren Kassen.“ Die lukrative Tournee bringe dem DSV durch Sponsoren- und TV-Verträge Millionen ein, während der SCP sich finanziell benachteiligt fühle. Die Situation ist angespannt.

Lo que nadie cuenta es que der Skiclub Partenkirchen nicht nur Austragungsort, sondern auch Inhaber der Marke „Vierschanzentournee“ ist. Sollte es tatsächlich zum Ausfall des Neujahrsspringens in Garmisch kommen, müsste eine völlig neue Bezeichnung für das Event gefunden werden – ein Szenario, das Maurer als „GAU“ bezeichnet.

Dsv-boss schwarzbach zeigt sich zuversichtlich – aber die zeit drängt

Dsv-boss schwarzbach zeigt sich zuversichtlich – aber die zeit drängt

DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach äußerte sich gegenüber der Bild-Zeitung vorsichtig optimistisch und kündigte an, dass noch „einige rechtliche und inhaltliche Dinge“ zu klären seien. Er gehe jedoch davon aus, „eine gemeinsame Lösung“ zu finden. Die Deadline rückt jedoch unaufhaltsam näher: Bis zum 28. Dezember, dem Starttermin in Oberstdorf, muss eine Einigung erzielt werden.

Sollte dies nicht gelingen, wären die Konsequenzen gravierend. Entweder müssten die anderen Austragungsorte Oberstdorf, Innsbruck und Bischofshofen das Neujahrsspringen zusätzlich übernehmen oder ein völlig neuer Ort müsste gefunden werden. Eine Vorstellung, die Maurer unvorstellbar findet: „Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee.“ Die FIS soll ihm zudem mündlich zugesichert haben, dass es zu keiner Änderung der Pläne kommen wird – eine Zusage, die angesichts des 75. Geburtstages der Tournee und der Premiere des Frauen-Wettbewerbs von immenser Bedeutung ist.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich die Verhandlungen entspannen und eine Lösung gefunden wird, die die Vierschanzentournee in ihrer gewohnten Pracht erhalten kann. Denn eines ist klar: Ein Veranstaltungsortwechsel in diesem Jahr wäre ein Schlag ins Gesicht für den Skisport und würde den Mythos der Vierschanzentournee nachhaltig beschädigen.