Vfc plauen: aufstiegskampf entflammt – kann der ex-regionalligator überraschen?

Der VFC Plauen ist das Überraschungsteam der Oberliga NOFV-Süd. Nach einem schwachen Hinrunden-Abschnitt bläst der Regionalliga-Absteiger nun ernsthaft zur Aufholjagd und sorgt für Gesprächsstoff im Titelkampf. Die jüngsten Erfolge gegen Freital und Stahnsdorf zeigen: In der Vogtlandregion brodelt es.

Neuer wind unter ex-a-jugendtrainer zschach

Nur wenige schienen im Januar zu glauben, dass Norman Zschach, der zuvor die A-Jugend des VFC betreute, den Männerbereich nachhaltig verändern könnte. Doch der 37-Jährige hat mit seiner Mannschaft innerhalb kürzester Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Fünf Punktspiele in Folge gewonnen, 16 Punkte aus sechs Spielen geholt – eine Quote, die in der Liga ihresgleichen sucht. Die Mannschaft spielt mit neuem Selbstvertrauen und taktischer Flexibilität.

Der Sieg gegen den bis dato ungeschlagenen RSV Eintracht Stahnsdorf, der die erste Saisonniederlage für den Tabellenführer bedeutete, war dabei besonders schmeichelhaft. Zschach ließ nicht mit einer Viererkette agieren, sondern überraschte mit einer 3-5-2-Formation, die sowohl die Defensive stabilisierte als auch im Zentrum für mehr Stabilität sorgte. "Wenn wir selbst das Spiel gemacht haben, gab es oft Kontersituationen, die zu einfachen Gegentoren führten. Wir mussten etwas ändern," so der Trainer nach dem Spiel.

Es war ein wichtiger Schritt in der Winterpause, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fußball spielen können und gleichzeitig als Team zusammenarbeiten müssen. Mannschaftsabende und Trainingsformen mit Spaßfaktor trugen dazu bei, den Zusammenhalt zu stärken. Diese Entwicklung spiegelt sich nun in den Ergebnissen wider.

Elfmeter-könig profis und der blick nach vorne

Elfmeter-könig profis und der blick nach vorne

Auch wenn der treffsicherste Plauener Angreifer Tyron Profis (zehn Saisontore) mit seinen verwandelten Elfmetern in den Spitzenspielen glänzt, betont Zschach, dass es nicht nur um ihn geht. "Wir wollen weiter Gas geben, einfach alles rausholen, was noch geht und dann schauen, was die anderen machen. Das hat bis jetzt gefruchtet."

Die Tabelle zeigt zwar weiterhin die Positionierung als Vierter mit 40 Punkten, doch der Abstand zu den drei führenden Teams – Stahnsdorf (51), Freital (49) und Halberstadt (43) – ist mittlerweile deutlich kleiner geworden. Mit drei Spielen mehr als Freital und zwei mehr als Stahnsdorf und Halberstadt ist die Aufholjagd noch lange nicht vorbei. Doch der Trainer warnt vor zu viel Euphorie: "Wir wollen unsere Hausaufgaben erledigen, aber wir heben da auch den Finger. Das A und O ist, dass alle Spieler auf dem Boden bleiben und gezielt von Spiel zu Spiel hingehen, um 110 Prozent Leistung abzuliefern." Die kommenden drei Auswärtsspiele in Glauchau, Bautzen und Grimma werden dabei richtungsweisend sein. Die Vogtländer müssen beweisen, dass ihre aktuelle Form kein vorübergehender Effekt ist. Der VFC Plauen hat eine Chance, die Liga aufzumischen – und das wäre für den Regionalliga-Absteiger eine bemerkenswerte Geschichte.