Thun jubelt, die anderen brennen: baustellen-check der super league
Der FC Thun kann die Champagnerkisten bereits kühlen, während die Konkurrenz in der Länderspielpause nichts anderes tut, als sich selbst zu hinterfragen. Elf Klubs, elf Probleme – und keiner weiss so recht, wie er sie bis Saisonende noch lösen soll.
Winterthur und gc: tore und psyche im minus
Winterthur schiesst seit Wochen nur noch Luftlöcher. 34 Treffer stehen für 28 Runden – das ist Liga-Schlusslicht-Niveau. Die Eulachstädter verpassen das Tor, als hätten sie Angst vor dem Leder. Beim GC geht es nicht nur um Tore, sondern um Köpfe. Kein Super-League-Team hat 2026 noch einen Rückstand drehen können. Die Hoppers gehen unter, wenn sie hinten liegen – ein Psychogramm, das selbst der neue Mentalcoach in Niederhasli nicht so schnell repariert.
Der FC Zürich führt die Fairness-Tabelle von hinten an, 71 Gelbe, 5 Rote, 3 Spiele mit Nachverlegung. Dennis Hediger mauert mit reduziertem Kader, weil seine Leute sich lieber ausschalten als auswechseln lassen. Und Lausanne? Die spielen zuhause, als wäre das Stadion ein Fremdobjekt. 17 Punkte aus 15 Heimspielen – das holen selbst Tourismus-Teams auf Stadtrundfahrt.

Servette, luzern und yb: trainer, tore, tiefschläge
Servette reist so schwach wie ein Postauto im Stau: nur 17 Auswärtspunkte, Rang 9 in der Fremden-Tabelle. In Luzern ist Mario Frick bereits Geschichte – fünf Jahre, dann Trennung. Wer folgt? Die Frage treibt die Verantwortlichen um, während die Mannschaft spielt, als wüsste sie es selbst nicht. Die Young Boys dagegen kassieren Tore, als gäbe es dafür Prämien. Marvin Keller klaubt 56-mal hinter sich – 16 mehr als Basel, die nächste defensivschwache Top-6-Crew.
Sion remist sich zu Tode: 13 Unentschieden, kein anderes Team teilt so gern Punkte. Der Sieger fehlt, der Tabellenfünfte ist trotzdem zufrieden. Lugano schwankt: nur fünf Punkte aus den letzten fünf Spielen – das ist Abstiegsform im Europacup-Rennen. Basel wiederum liefert Theater in zwei Akten pro Hälfte. Konstanz ist ein Fremdwort geworden, Stephan Lichtsteiner schaut ratlos zu, wie seine Mannschaft zwischen Weltklasse und Witz wechselt.

St. gallen und thun: coolness versus krone
St. Gallen führt 24-mal, gewinnt nur 16 Spiele. Die Espen verschenken Punkte wie Werbegeschenke. Coolness? Fehlanzeige. Bleibt Thun: Aufsteiger, Herbstmeister, bald Meister. Noch keine Prämien verhandelt, doch die Spieler zählen im Kopf bereits die Bonuszahlen. Wenn das kein Happy End für die Geschichtsbücher wird, dann weiss Klaus Schäfer auch nicht, was heute noch Sport ist.
