Teutonia weiden feuert trainer-team nach boykott – acht-punkte-abstiegsloch droht

Ein Fünftligist, der nicht mal zum Spiel fährt, muss sich fragen, ob er überhaupt noch in der Liga landen will. Teutonia Weiden lieferte am vergangenen Wochenende die Antwort: Der Bus blieb in der Garage, Siegburger SV bekam den Sieg per 0:2-Wertung zugesprochen – und am Montag schickten die Verantwortlichen Ercüment Dönmez und Co-Trainer Frank Kohl direkt nach Hause.

Die Entscheidung fiel nicht nach einer Niederlage, sondern nach einer Nicht-Entscheidung, erklärt Sportdirektor Cemil Temür, der ab sofort selbst die Trainingsweste überstreift. „Wir brauchen keinen externen Übungsleiter, der in zwei Wochen erst mal Namen lernen muss“, sagt er knapp. „Wir brauchen eine Mannschaft, die wieder spielen will.“

Kader-exodus von 18 spielern setzt verein auf abstiegskurs

Die Rechnung ist simpel: Wer 18 Leistungsträger wie Niklas Valerius, Canel Cetin und Yassine Ali Gnondi ziehen lässt, ohne adäquate Ersatzteile zu bestellen, fährt zwangsläufig auf die Schiene. Weiden kassierte in sechs Spielen unter Dönmez 22 Gegentore, holte einen Sieg – und landete jetzt mit nur zwölf Feldspielern beim letzten Aufgalopp. Zwei Kreuzbandrisse später ist die Personaldecke so dünn, dass selbst das Aufwärmen zur Herausforderung wird.

Die Folge: Acht Punkte Rückstand aufs rettende Ufer, zehn Spiele Restsaison. „Das ist keine Aufholjagd, das ist eine Herkulesaufgabe“, sagt Temür, der seit Februar die sportliche Leitung übernahm und nun auch die B-Trainer-Lizenz auf dem Rasen einsetzt. „Ich kann das nicht nebenher erledigen, das ist ein Vollzeitjob mit Überstunden.“

Finanzspritze rettet nicht vor sportlichem absturz

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Ironie der Lage: Die Kasse ist voll. Sponsoren zahlen pünktlich, der Vorstand spricht von „grünen Zahlen“. Doch Geld kreiert keine Tore, und schon gar keine Innenverteidigung. Die Planung für die kommende Saison läuft deshalb bereits parallel: Plan A hält die Mittelrheinliga-Airline, Plan B lotst den Klub in die Rheinlandliga zurück. Beide Szenarien haben eins gemeinsam: Temür will keine FC-Hollywood-Folge mehr drehen.

Die nächste Woche gibt den Ton an. Gegen den direkten Konkurrenten aus Hennef muss Weiden punkten, sonst wird die Acht-Punkte-Lücke zur neun, zur zehn – und damit zur veritabten Grube. „Wir wollen wieder über Fußball reden, nicht über Busse, die nicht losfahren“, sagt Temür. Sonst fährt Teutonia am Ende nicht nur den Bus nicht, sondern die ganze Saison gegen die Wand.