Straße von hormuz: 90% einbruch erschüttert ölmärkte

Seit dem 28. Februar ist die Straße von Hormuz praktisch tot. Der Iran hat nach den Angriffen der USA und Israels die Schließung der Meerenge angekündigt – und der Schiffsverkehr ist seitdem um 90 Prozent eingebrochen. Was das bedeutet, lässt sich in einer einzigen Zahl zusammenfassen: Durch diesen schmalen Wasserstreifen fließt täglich ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasbedarfs.

Eine meerenge, die die welt am laufen hält

Wer sich nicht täglich mit Rohstoffmärkten beschäftigt, hat von Hormuz wahrscheinlich kaum gehört. Das ändert sich gerade sehr schnell. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean ist laut dem Internationalen Währungsfonds mit rund 34.000 Durchfahrten im Jahr 2025 – knapp 3.000 täglich – die achtmeistbefahrene Wasserstraße der Welt. Und jetzt liegt sie still.

Die Zahlen des U.S. Energy Information Administration sprechen eine klare Sprache: Täglich passieren rund 20,3 Millionen Barrel Rohöl sowie verflüssigtes Erdgas diese Route. Kein Umweg, keine schnelle Alternative. Wer Hormuz blockiert, blockiert einen Nervenknoten der globalen Energieversorgung.

Versicherungen machen den weg dicht – noch vor teheran

Versicherungen machen den weg dicht – noch vor teheran

Die iranische Ankündigung allein hätte vielleicht nicht gereicht. Was den Verkehr wirklich zum Erliegen gebracht hat, ist die Reaktion der Versicherungsbranche. Die Prämien für Schiffe, die die Region durchqueren wollen, sind explodiert. Reedereien kalkulieren nüchtern: Das Risiko übersteigt den Gewinn. Also bleiben die Tanker im Hafen.

Dabei ist die Meerenge ohnehin kein komfortabler Korridor. An ihrer engsten Stelle misst sie gerade einmal 33 Kilometer. Flache Gewässer und strenge Navigationsregeln reduzieren die tatsächlich befahrbaren Abschnitte weiter. Es gibt zwei Hauptkorridore: einer trennt den Persischen Golf vom Indischen Ozean in omanischen Gewässern, der andere verläuft zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran – und liegt damit direkt unter iranischer Jurisdiktion.

Zwei spuren, eine weltordnung

Zwei spuren, eine weltordnung

Im omanischen Abschnitt existieren zwei Fahrspuren: eine für einfahrende Schiffe im Norden, eine für ausfahrende im Süden, jeweils 3,7 Kilometer breit, getrennt durch einen absichtlich freien Puffer, damit Supertanker sich nicht gegenseitig rammen. Im iranischen Teil gilt dasselbe Prinzip. Klingt geordnet. War es auch – bis vor wenigen Tagen.

Geopolitische Krisen haben die Angewohnheit, Orte berühmt zu machen, die vorher niemand auf der Karte gesucht hat. Hormuz ist jetzt so ein Ort. Und solange die Lage im Nahen Osten eskaliert, wird jeder Barrel Öl, der nicht durch diese Meerenge fließt, an den Terminmärkten seinen Preis finden – nach oben.