St.gallen jagt den mythos: 11 spiele ohne niederlage, doch basel bleibt unantastbar

Elf Spiele, null Niederlagen – der FC St.Gallen fliegt auf der Unbesiegbarkeitswelle, die vor vier Jahren schon einmal das Maximum war. Am 6. April kann der Vereinsrekord fallen. Gegner: der FC Zürich. Ort: Kybunpark. Die Stadt zittert vor Vorfreude und Angst, denn der FCZ meldete sich zuletzt mit einem Sieg gegen Tabellenführer Thun zurück.

Der rekord ist da, der druck auch

Peter Zeidlers Team hielt 2021/22 elf Mal die Null, ehe Luzern den Lauf stoppte. Die aktuelle Truppe um Fabian Schär und Lukas Görtler trägt dieselbe Zahl in den Köpfen – nur mit dem Unterschied, dass sie nun selbst Geschichte schreiben will. Die Statistik lügt nicht: St.Gallen kassierte in dieser Phase nur vier Gegentore, holte 25 von 33 möglichen Punkten und rückt dicht an die Europacup-Plätze heran.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Thun und Lugano haben ihre eigenen Rekordserien bereits gebrochen – 13 respektive 14 Spiele ohne Pleite. Beide Serien endeten am selben Wochenende, beide am Zürcher Schlusspfiff. Die Ironie: Wer den FCZ unterschätzt, fliegt raus aus der Erfolgsspur.

Basel bleibt das maß aller dinge

Basel bleibt das maß aller dinge

28 Spiele ohne Niederlage – die Marke der Saison 2013/14 steht weiter wie ein Granitblock in der Super-League-Geschichte. Kein anderer Klub kam seitdem auch nur halbwegs heran. Die Bebbi liefen damals mit einem Budget, das doppelt so hoch war wie heute in St.Gallen, und mit einem Sturm, der in 34 Partien 84 Tore erzielte. Vergleiche hinken, Zahlen nicht.

Die Frage lautet nicht, ob St.Gallen den Rekord bricht – sondern wie lange die Serie reicht, um Basel zumindest ins Wanken zu bringen. Die Antwort liefert schon der Kalender: Nach dem Zürich-Spiel warten Auswärtspartien in Luzern und Bern. Dort verloren die Espen zuletzt regelmäßig.

Trainer Stéphane Henchoz spricht lieber von „kleinen Schritten“ und „täglicher Hingabe“. Was er nicht sagt: Sein Vertrag läuft aus, ein Erfolgslauf wäre sein bestes Argument für eine Verlängerung. Die Spieler erfahren das auf dem Trainingsplatz – nicht aus den Medien. Intern heißt es: „Wir wollen die 20er-Marke knacken.“ Gemeint sind 20 Spiele ohne Pleite. Dann wäre St.Gallen nicht nur Rekordhalter, sondern auch Tabellenführer. Die Rechnung ist simpel, der Weg steinig.

Am 6. April steht nicht nur ein Vereinsrekord auf dem Spiel, sondern die Frage, ob der FC St.Gallen bereit ist, sich aus dem Schatten der Basler Glanzzeit zu bewegen. Die Kurve wird kochen, die Zahlen werden ticken – und einer muss gewinnen. Mehr Drama geht nicht.