Plauen jagt die spitze: vfc dreht die liga mit 5-sieg-serie um
Der VFC Plauen ballert sich durch die Oberliga wie ein aufgeheiztes Gewehr. Erst Freital niedergestreckt, dann Stahnsdorf gebeutelt – zwei Spitzenreiter in vier Tagen. Der einstige Regionalliga-Absteiger ist zurück im Gespräch, und plötzlich zittern die Großen.

Norman zschach lässt seine truppe jagen statt schwafeln
Der Mann, der bis Dezember noch A-Jugend coachte, hat die Codes des Erwachsenenfußballs geknackt. 16 Punkte aus sechs Partien – keine Mannschaft sammelte 2026 mehr. Doch Zschach quält sich um jedes Wort: „Wir wollen Gas geben, aber keinen Müll labern.“ Kein Schwung, kein Hype, nur kalte Hausaufgaben. Dafür steht Tyron Profis bereit, der mit seinem zehnten Saisontor die beiden Top-Spiele per Elfmeter entschied. Ein Name, der gerade durchs Vogtland hallt.
Die Tabelle lügt nicht, aber sie tröstet auch nicht. Plauen ist Vierter, punktgleich mit Halberstadt, drei Spiele in der Hinterhand. Das Programm der kommenden Woche liest sich wie eine kleine Hölle: Glauchau, Bautzen, Grimma – alles Auswärts, alles brenzlig. „Wer da denkt, wir hätten es geschafft, fliegt auf die Schnauze“, sagt Zschach. Sein Kader hat gelernt, dass Talent ohne Teamgeist nicht reicht. Winter-Grillabende, Positionsspiele mit Musik, 3-5-2 statt 4-4-2 – kleine Schrauben, grobe Wirkung.
Der VFC spielt nicht mehr mit, er spielt vor. Die Fans spüren den Pulsschlag, die Gegner plötzlich die Hitze im Nacken. Wenn Plauen die drei Auswärtsschlachten unbeschadet übersteht, kann der Ruf nach dem alten Glanz lauter werden. Noch aber herrscht Stille im Bus, kein Handy-Video, kein Jubel-Meme. Nur ein Satz, der durch die Reihen geht: „Weiter, Jungs, weiter.“
Die Liga hat einen neuen Jäger. Und der läuft gerade heiß.
