Nur zwei nl-klubs nutzen fast jedes import-fenster – die meisterfrage entscheidet sich im detail
Die National League erlaubt 312 Einsätze für Spieler ohne Schweizer Pass – doch kein Club schafft die Vollauslastung. Das Duell um die Meisterschaft beginnt längst auf dem Papier: Wer seine Zehn-Lizenz-Armada clever rotiert, spart Budget und gewinnt Spiele. Die Zahlen zeigen: SC Bern und EHC Biel liegen mit 310 von 312 möglichen Einsätzen gleichauf an der Spitze, während SC Rapperswil-Jona 29 Leerläufe kassiert und damit hinten liegt.
Warum biel die nase vorn hat – und trotzdem zittert
Lias Andersson lief in allen 52 Partien auf, Harri Säteri stand 41 Mal zwischen den Pfosten. Doch die Devise lautet: sechs Feldspieler plus Torhüter pro Spiel. Weil Viktor Lööv verletzt blieb und Oskari Laaksonen im Dezember nach Schweden abreiste, musste Trainer Antti Törmänen auf Niko Huuhtanen setzen – ein Zocker, der nur zehn Mal zum Zug kam. Die Konsequenz: Biel nutzte 99,36 % der Kontingente, verpasste aber trotzdem die direktePlayoff-Qualifikation. Die Breite rettet nicht vor dem medialen Druck, wenn die interne Hierarchie kippt.

Davos und zug: drei tore, drei lücken – und trotzdem spitzenreiter
Beide Teams kamen auf 308 Einsätze, ließen nur vier Mal eine Import-Lücke offen. Der Unterschied liegt im Timing: Während HC Davos im Februar mit Roope Taponen kurzfristig einen dritten Goalie ohne Swiss-League-Pass nachrüstete, verzichtete EV Zug nach der Champions-League-Gruppenphase auf Jesse Graham und setzte stattdessen auf Jakob Lilja – ein Transfer, der sich in der Tabelle nicht auszahlte, aber die Playoff-Frische erhält. Die Lehre: Wer früh rotiert, spart sich den K.o. im April.

Die verlierer der statistik: rapperswil und die zsc lions
Die Lakers verloren durch Verletzungen 29 mögliche Einsätze – das ist mehr als ein komplettes Regular-Season-Programm. Nicklas Jensen und Lawrence Pilut saßen länger in der Kabine als auf der Bank. Die Zürcher Meister verpassten ebenfalls 29 Chancen, trennten sich früh von Andy Andreoff und liefen oft nur mit vier statt sechs Ausländern auf. Die Folge: Beide Klubs müssen in die Play-Ins, wo eine weitere Verletzung den Saisontraum beenden kann.

Die torschützen-kurve lügt nicht
Geneve-Servette und HC Ajoie belegen zwar Rang fünf und sechs in der Auslastung, liefern aber die meisten Tore durch Importe. Die Devise: Qualität vor Quantität. Jesse Puljujärvi und Jimmy Vesey trafen in allen 52 Spielen – und halfen den Genfern trotz nur 13 freien Plätzen auf Rang drei. In Ambri-Piotta wiederum schafften Tim Heed & Co. 305 Einsätze, doch die 97,76 % reichten nur für Platz sieben. Die Moral: Wer seine Ausländer gesund hält, darf auch mal eine Lücke lassen.
Die Meisterschaft wird nicht am ersten April-Wochenende entschieden, sondern in den 312 kleinen Entscheidungen davor. Die Klubs, die jeden Tag die richtige Import-Note treffen, feiern im Mai. Die anderen planen schon wieder den nächsten Kader-Umbau.
