Medwedew: demütigung in monte carlo – 0:6, 0:6!
Ein Schock für den Tenniszirkel: Daniil Medwedew erlebte in Monte Carlo eine historische Niederlage. Der Russe, der in den letzten Wochen beeindruckende Leistungen gezeigt hatte, wurde vom Italiener Matteo Berrettini in nur 49 Minuten mit 0:6, 0:6 vom Platz gefegt – ein sogenannter „Double Bagel“, der Medwedews Karriere bisher fremd war.
Die abneigung des weltklassespielers für sandplätze
Medwedews Beziehung zum Sandplatztennis ist seit jeher kompliziert. Seine öffentlich geäußerte Abneigung, er nenne es mal „schmutzig“, ist legendär. „Nach einer Sandsession kannst du deine Socken wegwerfen, das Auto wird nach dem Training dreckig“, klagte er einst. Diese Antipathie schien sich am Mittwoch in der Redoute vollends zu manifestieren.
Dabei hatte Medwedew selbst betont, in den letzten Jahren an seiner Sandplatzbilanz gearbeitet zu haben. „Ich habe gelernt, das Spiel besser zu verstehen“, erklärte er vor dem Turnier. Doch diese Worte wichen jämmerlich von der Realität ab. Berrettini, der selbst mit Verletzungen zu kämpfen hatte, präsentierte sich in Topform und ließ Medwedew keine Chance. „Das war definitiv eine der besten Leistungen meines Lebens“, gestand der Italiener nach dem Match, „Ich habe vielleicht drei Bälle verschlagen.“
Ein dramatischer Kontrast zu seinen jüngsten Erfolgen. Medwedew hatte in Brisbane und Dubai gleich zwei Turniere gewonnen und im Finale des Masters von Indian Wells Jannik Sinner an den Rand der Niederlage gebracht. All diese Erfolge waren in Monte Carlo jedoch vergessen. Er zerhackte frustriert seinen Schläger, ein Zeichen für die tiefe Verzweiflung, die er empfand. Er versuchte sich zu wehren, doch Berrettinis Präzision und Power waren schlichtweg zu überlegen.
Es ist bezeichnend, dass Medwedew trotz seiner Abneigung gegen Sandplätze in der Vergangenheit durchaus Erfolge auf diesem Untergrund feierte. 2023 gewann er das hochkarätige Masters in Rom, und auch 2019 stand er in Monte Carlo im Halbfinale. Doch dieser Mittwoch markiert einen Tiefpunkt in seiner Karriere auf Sand – eine Demütigung, die er so schnell wohl nicht vergessen wird. Die Frage ist nun, ob Medwedew seine Sandplatzprobleme endlich in den Griff bekommt, oder ob seine Abneigung ihn weiterhin einholen wird.

Die analyse: berrettinis triumph und medwedews puzzle
Berrettinis Sieg ist nicht nur ein Zeichen seiner persönlichen Leistungssteigerung, sondern auch ein Spiegelbild von Medwedews psychischer Verfassung. Der Russe wirkte verunsichert und kämpfte offensichtlich mit seiner Abneigung gegen den Untergrund. Berrettini hingegen nutzte seine Chance und spielte das Spiel seines Lebens. Medwedew muss nun analysieren, warum er in Monte Carlo so komplett versagte und wie er seine Strategie gegen Sandplätze grundlegend überdenken kann. Sonst wird er weiterhin am roten Ziegelmehl scheitern.
