Italiens fahrradmarkt bricht ein: e-boom bleibt aus, händler verzweifeln

1.303.000 Fahrräder und E-Bikes verkauft – das klingt nach viel, ist in Wahrheit ein Minus von vier Prozent. Das Jahr 2025 wird für den italienischen Zweiradmarkt zur Geduldsprobe. Die Zahlen, die Ancma-Chef Mariano Roman am Dienstag im Pirelli-Werk in Bollate präsentierte, lesen sich wie ein Krimi ohne Happy End.

Der spezialhandel blutet aus

Fachhändler verkaufen 14 Prozent weniger E-Bikes, klassische Pedalräder brechen um acht Prozent ein. Online und Discounter fangen ab, was sie können, retten aber nur das Gesicht. Roman spricht offen von „strukturellen Schmerzen“. Dahinter stehen leere Ladengeschäfte, Preiskämpfe und Kunden, die lieber zum Auto greifen.

Die Industrie liefert kontraste: Produktion konventioneller Räder plus sechs Prozent, Export plus elf. Doch der Schein trügt. E-Bike-Produktion stürzt um 17 Prozent, Export sogar um 21. Die italienische E-Mobility hängt im europäischen Vergleich durch: Anteil E-Bikes an Gesamtverkäufen lächerliche 20 Prozent, während Belgien bei 70 und Deutschland bei 53 Prozent liegt.

Infrastruktur statt sonntagsreden

Infrastruktur statt sonntagsreden

Roman fordert, was seit Jahren unter den Teppich gekehrt wird: sichere Radwege, klarer Regelrahmen, Fiskal-Anreize. Massimo Panzeri, Präsident des europäischen Branchenverbands Conebi, setzt nach: „Italienische Betriebe sind zu klein, um mit skandinavischen Subventionen oder deutschen Stadtverträgen mitzuhalten.“

Die Botschaft ist klar: Ohne politischen Ruck wird 2026 noch härter. 172 Millionen Euro Handelsbilanzüberschuss mögen die Bilanz schönen – retten werden sie keinen einzigen Laden, der zwischen Como und Catania die Rollläden runterlässt. Die Zahlen sprechen. Und sie schreien.