Freiburg will den thron stürzen: vbl-finale ohne leipzig als favorit
Am Samstag beginnt in Hamburg das Finalturnier der VBL Club Championship – und zum ersten Mal seit Jahren reist RB Leipzig nicht als Titelfavorit an. Die Rolle des Gejagten übernimmt der SC Freiburg. 93 Punkte in der Hauptrunde, eine klare Nummer eins. Der Machtwechsel im deutschen FIFA-Esport bahnt sich an.
Die angst vor kaiserslautern
Konstantin Sarantidis schluckt, als er an das Achtelfinale denkt. „Gegen Kaiserslautern habe ich immer Bauchschmerzen“, sagt der Esport-Koordinator des SC Freiburg. Das klingt nach übertriebener Bescheidenheit, schließlich trennen 54 Punkte und 19 Tabellenplätze die Breisgauer von den Roten Teufeln. Doch die Erinnerung sitzt tief: Im vergangenen Jahr war Freiburg im DFB-ePokal an genau diesem Gegner gescheitert. „Wir kennen die Killer-Instinkt-Truppe aus der Pfalz“, sagt Sarantidis. „Die können aus dem Nichts treffen.“
Die Zahlen sprechen trotzdem eine andere Sprache: Freiburg ging 23 Mal als Sieger vom Platz, Kaiserslautern nur acht Mal. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Underdog das Turnier durcheinanderwirbelt, liegt bei 6,7 Prozent – das liefert die Statistik-Abteilung der VBL. Doch genau diese 6,7 Prozent treiben Freiburg die Schweißperlen auf die Stirn.

Bvb, leipzig und die geheime final-vision
Sarantidis lüftet den Blick auf den Turnierbaum. „Unser Finalgegner könnte der BVB sein“, sagt er mit einem Schmunzeln, das RB Leipzig direkt vor den Fernseher spuckt. Denn für ein Freiburg-Dortmund müssten die Schwarz-Gelben erst Leipzig aus dem Weg räumen. Tim ‚Latka‘ Schwartmann, VBL-Moderator und Ex-Profi, sieht das genauso: „Ich tippe auf Freiburg gegen Leipzig – und diesmal gewinnt Freiburg.“
Die Leipziger selbst schweigen. Drei der letzten vier Titel, zwei Weltmeister in den eigenen Reihen, und plötzlich sind sie nur noch der übliche Verdächtige. Kein einziger Spieler der RBLZ-Gaming-Crew wagte es, sich im kicker-Talk als Favorit zu bezeichnen. Das hat es noch nie gegeben.
Die Drohung kommt aus dem Breisgau. Nassim Dahman, Top-Spieler des SC Freiburg, hat in der Saison 2025/26 87 Tore geschossen – mehr als jeder andere. Er trägt das Logo der Bundesliga-Collection auf seiner Brust, aber im Kopf hat er nur eines: den Henkelpott. „Wir sind nicht hier, um Teilnehmer zu sein“, sagt er. „Wir sind hier, um Geschichte zu schreiben.“
Am Sonntagabend um 20:15 Uhr steigt das Finale im Livestream. Dann wird klar, ob Freiburg den Thron erobert – oder Leipzig doch wieder zurückschlägt. Die Wette: Es wird kein 0:0.
