Fck: lieberknecht testet – aufstieg ein wunschtraum?

Kaiserslautern schaut in den Spiegel und sieht eine theoretische Möglichkeit, doch die Realität ist hart: Der direkte Aufstieg in die Bundesliga rückt in weite Ferne. Coach Torsten Lieberknecht weiß das und nutzt die letzten Spiele der Saison, um die Weichen für die Zukunft zu stellen – mit Experimenten, die über das bloße Ergebnis hinausgehen.

Junge talente dürfen schnuppern

Fünf Spiele verbleiben dem 1. FC Kaiserslautern, um den unerreichbaren Traum vom Aufstieg doch noch wahr werden zu lassen. Rechnerisch möglich, ja, aber die Mathematik ist hier wenig hilfreich. Lieberknecht konzentriert sich auf das Wesentliche: „Für mich zählt nur das nächste Spiel in Kiel. Dort müssen wir die drei Punkte holen.“

Die Auswärtsbilanz des FCK war in dieser Saison alles andere als berauschend, doch der Sieg in Berlin zeigte, dass mit der richtigen Einstellung auch schwierige Aufgaben gemeistert werden können. Dieses Momentum will Lieberknecht nun unbedingt wiederfinden. „Der Sieg in Berlin darf keine Eintagsfliege sein. Wir tragen eine Verantwortung gegenüber unseren Fans, sowohl vor Ort als auch zu Hause.“

Im Berliner Spiel wich Lieberknecht überraschend von seiner bewährten Dreierkette ab und setzte auf eine Viererkette. Ob diese taktische Neuerung in Kiel erneut zum Einsatz kommt, ist noch offen: „Da sind wir uns noch nicht ganz einig. Beide Optionen sind denkbar.“

Während der Blick über den Mai hinaus bereits auf die nächste Saison gerichtet ist, betont Lieberknecht, dass die Pflicht, Spiele zu gewinnen, weiterhin im Vordergrund steht. „Es ist eine Luxussituation, dass wir Spieler für die Zukunft testen können, aber die drei Punkte sind und bleiben das Ziel.“

Kamga wartet geduldig

Kamga wartet geduldig

Ein vielversprechendes Testprojekt könnte sich zwischen den Pfosten ergeben. Die Torwartschule des FCK hat in den letzten Jahren etwas an Glanz verloren, seitdem Julian Krahl als Nummer 1 verpflichtet wurde. Ein Debüt aus dem eigenen Nachwuchs bleibt seit Januar 2019 ausstehen. Doch der 18-jährige Enis Kamga, der bereits viermal im U-19-Nationalteam zum Einsatz kam, steht hoch im Kurs. Lieberknecht hatte ihm bereits ein Profidebüt in dieser Saison in Aussicht gestellt, doch aktuell ist er bei der U 21 gefragt, die gemeinsam mit dem FK Pirmasens an der Spitze der Oberliga liegt.

„Enis ist bei der U 21 unverzichtbar. Der Wunsch des Vereins, in die Regionalliga aufzusteigen, ist groß, deshalb stelle ich meinen Kollegen Bugi die besten Spieler zur Verfügung“, erklärt Lieberknecht. Obwohl das Debüt in Kiel noch nicht bevorsteht, behält der Coach die Option im Hinterkopf.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Lieberknecht seine Experimente gewinnbringend einsetzen kann. Fest steht: Der Fokus liegt auf der Gegenwart und dem Kampf um jeden einzelnen Punkt. Die Zukunft des FCK muss zwar vorbereitet werden, doch die Gegenwart darf dabei nicht aus den Augen verloren werden.