Dos santos: von der durststrecke zum shootingstar – kann er thun stoppen?
Daniel Dos Santos stürmt die Super League – und das mit Ansgar. Der junge Mittelfeldspieler des FC Lugano gehört aktuell zu den prägendsten Figuren der Tessiner und teilt sich mit niemandem geringerem als Xherdan Shaqiri die zweite Position der Top-Assistgeber. Kann er nun seinem Ex-Klub Thun am Sonntag einen Bärendienst erwiesen und die Meisterparty der Berner Oberländer vorzeitig verhindern?
Ein reifeprozess voller stolpersteine
Die Vorsaison war für Dos Santos eine Zerreißprobe. Enttäuschende Leistungen nagten am Selbstvertrauen, doch der junge Mann gab nicht auf. Stattdessen nutzte er die Zeit, um an seiner Mentalität zu arbeiten – ein Schlüsselfaktor, der ihn nun zum Star macht. „Ich glaube, es ist diese Mentalität, die ich schon von klein auf besitze“, erklärt Dos Santos selbstbewusst.
Die Zahlen lügen nicht: Mit zehn Vorlagen in dieser Saison ist er maßgeblich am Erfolg des FC Lugano beteiligt. Dass er dabei statistisch auf Augenhöhe mit einem Weltklassespieler wie Shaqiri agiert, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit und einer unbändigen Entschlossenheit. „Es ist sicher schön zu sehen, wie gut es läuft. Dass ich mit Xherdan Shaqiri dort stehe, liegt auch an der harten Arbeit, von der ich gesprochen habe“, so Dos Santos.

Mehr egoismus für mehr tore
Doch der junge Mittelfeldakteur ist noch lange nicht am Limit angelangt. Er weiß, dass er in der Zukunft noch torgefährlicher werden muss. „Im letzten Drittel muss ich noch torgefährlicher werden und damit das klappt, braucht es auch ein wenig mehr Egoismus von meiner Seite. Dann bin ich überzeugt, dass es gut kommt.“ Es gilt, die Balance zwischen dem Spielmacher und dem Vollstrecker zu finden – eine Herausforderung, die Dos Santos mit Nachdruck angeht.

Das duell mit dem ex-klub: eine zusätzliche motivation
Die nächste Aufgabe könnte emotional kaum schwieriger sein: Das Spiel gegen seinen Jugendverein, den FC Thun. Ein Sieg für Lugano würde die Hoffnungen auf den zweiten Platz und damit das internationale Geschäft enorm befeuern. Für Dos Santos ist dies jedoch kein Grund für Sentimentalitäten, sondern eine zusätzliche Motivationsquelle. „Wir gehen jetzt nach Thun mit dem Gedanken: Wir wollen unbedingt diesen Sieg, drei Punkte“, stellt er klar. Die Erinnerung an den knappen 1:0-Sieg vor zwei Wochen im eigenen Stadion, den er selbst mit dem Siegtreffer besiegelte, dürfte ihn zusätzlich beflügeln.
Das Spiel in Thun ist mehr als nur ein Duell zweier Teams – es ist eine Zäsur für Daniel Dos Santos. Er hat bewiesen, dass er sich entwickeln kann, dass er kämpfen kann und dass er zum Star reifen kann. Die Meisterparty in der Stockhorn Arena wird er mit aller Kraft verzögern – auch wenn es gegen seinen Ex-Klub geht. Die harte Arbeit zahlt sich aus, und Dos Santos ist bereit, den letzten Spieltag mit Spannung zu erwarten.
