Davos auf finalkurs: kann der scb die tradition brechen?
Der HC Davos hat eine vielversprechende Ausgangslage im Halbfinal-Duell gegen die ZSC Lions erkämpft. Nach einem knappen Sieg im ersten Spiel scheint der Qualifikationssieger dem Final näher zu sein als je zuvor. Doch Vorsicht: Die Geschichte der Schweizer Eishockey-Liga zeigt, dass der Weg zum Titel noch lang und steinig ist.

Die qualifikationssieger – ein verlässlicher indikator?
In den letzten dreizehn Jahren haben die Qualifikationssieger in den Playoffs überwiegend die Meisterschaft gewonnen. Das klingt vielversprechend für Davos, doch es gibt Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Vor einem Jahr, so erinnert man sich, schnappten sich die ZSC Lions den Titel, obwohl sie die Regular Season nur auf dem zweiten Platz beendeten. Ein Beweis dafür, dass in den Playoffs alles möglich ist.
Besonders bemerkenswert ist die Leistung des SC Bern im Jahr 2016. Die Mutzen beendeten die Regular Season punktgleich mit Lausanne und nur einen Punkt vor Ambri-Piotta. Als Achte qualifizierten sie sich für die Playoffs und schafften dann das Unglaubliche: Sie sicherten sich den Meistertitel. Eine Geschichte, die zeigt, dass auch vermeintlich aussichtslose Teams in den Playoffs für Furore sorgen können.
Die ZSC Lions scheiterten bereits dreimal daran, den Lauf eines Qualifikationssiegers zu stoppen. 2018 und im vergangenen Jahr gelang es ihnen, dem vermeintlichen Favoriten den Titel wegzunehmen. Die Saison 2020 fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus, was die Statistik etwas verfälscht. Die Frage ist: Werden die Lions auch diesmal eine Überraschung schaffen?
Davos ist zwar im Vorteil, doch die ZSC Lions sind keineswegs chancenlos. Die Serie ist noch lange nicht entschieden, und es gilt, von Anfang an konzentriert zu bleiben. Es bleibt spannend, wer den Final erreichen und dort um den Titel kämpfen wird.
