Berlin kassiert historisches debakel – münchen verschenkt heimvorteis

Die Play-offs sind ein Tag alt, und schon stinkt es nach Blut. Eisbären Berlin kassierte in Straubing die höchste Viertelfinal-Klatsche ihrer Geschichte, Red Bull München verspielte in einer irren Schießerei gegen ERC Ingolstadt die heimisi Ice-arena-Favoritenrolle. Zweimal 0:4-Rückstand, zweimal entzauberter Meisteranspruch – die DEL zeigt ihre Zähne, bevor die meisten Fans den Schal angelegt haben.

Straubing feiert 117-sekunden-traum, berlin reagiert mit leere

Tim Fleischer brauchte 37 Sekunden, um den Titelverteidiger wachzuklopfen. Nach 2:07 Minuten stand es 3:0 für die Tigers – schneller hat noch nie ein Play-off-Team in der DEL die Koffer gepackt. Die Eisbären wirkten wie auf dem Zahnfleisch, die Checks kamen zu spät, der erste Pass landete regelmäßig in den Reihen statt auf dem Blatt. Coach Serge Aubin starrsah die Scheiß-Eisfläche, als hätte man ihm die Taktiktafel geklaut.

„Wir haben ihnen das erste Spiel leider geschenkt“, sagte Ty Ronning beim MagentaSport-Mikro. Geschenkt? Straubing nahm es mit ausgestreckten Armen entgegen. Die Halle kochte, die Anzeigetafel blinkete, und selbst Uwe Krupp im Studio konnte den Satz nicht zu Ende bringen, ohne ein „Unglaublich“ zwischenzuschieben. Berlin muss nun in der Berliner Arena eine Antwort finden – oder die Serie ist nach Spiel zwei theoretisch gelaufen.

München wirft tor um tor – vergisst aber das ergebnis zu verteidigen

München wirft tor um tor – vergisst aber das ergebnis zu verteidigen

Im Garsamer Au klang die Sirene schon nach sechs Minuten – 0:4. Riley Barber, Peter Abbandonato, Kenny Agostino, alles Namen, die klingen wie eine Band, die Puhdys-Cover spielt. Die Münchner Startreihe um McKenna und Ferguson schaffte zwar den Anschluss, doch jedes Mal, wenn die Crowd erwachte, schlug Ingolstadt zurück. Alex Breton knallte das 3:6, Johannes Krauß machte 3:7 – und selbst das 5:6 in der 60. Minute rettete nur die Statistik, nicht die Stimmung.

Don Jackson schüttelte den Kopf, als hätte jemand sein playbook verwechselt. Die Defensivabteilung agierte wie ein Swiss-Cheese-Slice: voller Löcher, aber käseweich. ERC-Coach Niklas Sundblad hingegen ließ sich feiern, als habe er das Rezept für Weißwurscht glutenfrei gemacht. Mit dem Auswärtssieg übernimmt Ingolstadt das Heimrecht – und die psychologische Macht.

Die lehre nach 24 stunden play-off-wahnsinn

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Die DEL schreibt keine Saison, sie schreibt Dramaturgie. Wer glaubt, die Regular Season reiche als Visitenkarte, wird weggeputzt. Wer meint, Meister-Titel schützten vor Schmach, lernt neue Farben der Blöße kennen. Und wer jetzt schon denkt, Straubing und Ingolstadt hätten das Finale vorverlegt, vergisst: Best-of-seven heißt, dass auch noch drei Niederlagen erlaubt sind. Die nächsten Spiele fallen am Freitag – dann erfahren wir, ob Berlin schwimmen oder München zurückschlägt. Bis dahin bleibt nur eine Gewissheit: Die Play-offs haben begonnen, und sie sind hungrig.