Altmaier beendet horror-serie mit kantersieg in bukarest
Endlich. Nach acht Pleiten und einem Saisonstart zum Verdrücken hat Daniel Altmaier die Handbremse gelöst. 6:1, 6:4 jagt er Pedro Martinez vom Platz und schreit sich in der rumänischen Hauptstadt den Frust von der Seele.

Ein satzball, 30 minuten, alles klar
Wer die vergangenen Monate verfolgt hat, wusste: Das war kein normales Erstrundenmatch. Das war eine Befreiungsaktion. Altmaier brauchte einen Geniestreich, um nicht weiter im freien Fall zu landen. Er lieferte ihn ab. Zwei Breaks, keine Gegenwehr, 25 Ballwechsel später hatte er den Satz in der Tasche. Im zweiten Durchgang zog Martinez den Kopf noch einmal aus der Schlinge, doch Altmaier blieb kalt. Beim Stand von 5:4 verwandelte er nach 1:21 Stunden den Matchball – und plötzlich war die Luft wieder durchsichtig.
Die Zahlen sind gnadenlos: Seit der Saisoneröffnung hatte der 27-Jährige acht Matches auf der Tour verloren, keinen einzigen Satz geholt. Die Challenger-Rückkehr nach Neapel, wo er bis ins Finale stürmte, war erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Jetzt folgt das eigentliche Statement. Mit dem Erstrundenerfolg rückt Altmaier im ATP-Ranking wieder in Richtung Top 100 heran – ein Schritt, der vor einer Woche noch wie Wunschdenken wirkte.
Als Nummer sechs gesetzt, trifft er im Achtelfinale auf Dino Prizmic. Der Kroate gilt als Sandplatz-Ass, doch Altmaier kennt die Lage: Wer nach so einer Durststrecke wieder gewinnt, spielt plötzlich mit dem Rückenwind der eigenen Geschichte. Die Fans in Pelkum werden heute Nacht die Daumen drücken – und der Coach schickt vor allem eine Botsicht: Die Saison beginnt jetzt erst richtig.
