Winterthur bangt: var-debatte überschattet kellerduell gegen gc

Der FC Winterthur steckt tiefer als je zuvor im Abstiegskampf der Super League. Die 0:2-Niederlage gegen die Grasshoppers im direkten Kellerduell war nur die Spitze des Eisbergs, denn die anschließende Kritik von Trainer Patrick Rahmen am Video Assistant Referee (VAR) sorgte für zusätzliche Brisanz. Die Stimmung auf der Schützenwiese war alles andere als feierlich – ein klarer Ausdruck der zunehmenden Verzweiflung in der Hintermannschaft.

Der wille war da, die umsetzung fehlte

Rahmen ließ keinen Zweifel daran, dass die kämpferische Bereitschaft in seinem Team vorhanden war. „Der Wille war absolut da, das kann ich der Mannschaft nicht absprechen“, betonte er nach dem Spiel. Doch die mangelnde Intensität in den Zweikämpfen und die daraus resultierenden Fehler kosteten letztlich den Sieg. Es war nicht so, dass die Mannschaft mutlos wirkte, wie es von außen vielleicht schien. Vielmehr machte ihm zu schaffen, dass die enge Raumdeckung durch die Grasshoppers es schwer machte, Druckphasen aufzubauen und Chancen herauszuspielen. Randy Schneider brachte zwar kurzzeitig etwas mehr Ballzirkulation ins Spiel, doch die wenigen Gelegenheiten, die sich boten, wurden nicht genutzt.

Var-frust: eine frage der perspektive

Var-frust: eine frage der perspektive

Der Knackpunkt der Trainerpressekonferenz war jedoch die Diskussion um die Schiedsrichterentscheidungen und insbesondere die Rolle des VAR. Während Rahmen betonte, dass Schiedsrichter schnell entscheiden müssen und er grundsätzlich kein Problem mit der Leistung der Unparteiischen habe, übte er deutliche Kritik an der Art und Weise, wie der VAR seine Arbeit verrichtet. Besonders das annullierte Tor von Andrin Hunziker aufgrund eines vermeintlichen Fouls von Michi Frey sorgte für Aufregung. „Dass der VAR da eingreifen muss, ist für mich keine klare Fehlentscheidung. Sie reissen beide. Der Frey reisst genau gleich“, argumentierte Rahmen und ließ damit erkennen, dass er sich ungerecht behandelt fühlt.

Die Häufung von VAR-Entscheidungen zu Ungunsten des FC Winterthur in dieser Saison hat bei Rahmen tiefere Zweifel ausgelöst. „Wenn ich jetzt diese Saison anschaue, wie oft wir mit dem VAR zu Ungunsten entschieden wurden, muss ich sagen, haben wir einfach – auf uns bezogen – ein klares VAR-Problem“, erklärte er und verdeutlichte damit die Frustration, die in der Mannschaft und im Verein herrscht. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt schwindet, doch die Pflicht und die Überzeugung, alles zu geben, treibt die Spieler weiterhin an.

Die Aufgabe ist klar: In Genf muss ein Sieg her, um zumindest rechnerisch noch eine Chance auf den Verbleib in der Super League zu haben. Die Realität ist jedoch unbestreitbar: Der Weg nach oben ist extrem schwierig, aber solange mathematisch noch eine Möglichkeit besteht, wird der FC Winterthur kämpfen – auch wenn die Zeichen auf einen Abstieg hindeuten. Die Frage ist nicht, ob Winterthur den Abstiegskampf gewinnt, sondern wie lange der Glaube am Leben erhalten bleibt, wenn die VAR-Entscheidungen weiterhin gegen sie sprechen.