Winter kommt zurück: schnee bis 700 m, frühling war nur finte
Die 20-Grad-Wärme in Rom war ein Bluff. Ab Dienstagabend jagt eine Balkan-Kaltfront Regen, Schnee und Bora über die Adria, die Temperatur sackt binnen 48 Stunden um bis zu 12 Grad. Wer die Winterreifen schon abmontiert hat, wird sie wieder brauchen.
So trifft die kaltfront italien
Die Wolkenfront rollt um 18 Uhr über die südliche Marken, das tiefe Latium, Abruzzen und Molise. In der Nacht zu Mittwoch erreicht sie Sizilien und Kalabrien, am Mittag schon ist die ganze Adriaküste zwischen Emilia und Apulien ein einziger Wasserfall. Die ilMeteo.it-Modelle rechnen für die Mittelgebirge bis zu 40 l/m² aus – und Schnee schon ab 700 Metern in den Zentralapenninen.
Der Norden bleibt zunächst im Schatten: morgens nur lockere Fetzen, nachmittags Sonne. Doch wer denkt, er sei raus aus dem Spiel, irrt gewaltig.

Samstag wird der norden zum kältefänger
Am 21. März schlägt die „Goccia fredda“ voll zu. Ein Kaltluftpaket rutscht über den Alpengraben, Schneefallgrenze im Po-Ebene-Tiefland: 200 Meter. Bologna sieht eventuell weiße Flocken, Mailand muss mit Graupel rechnen. Die Zentrale und der Süden bekommen nur eine Brise Abkühlung und ein paar Schauer – fürs Skifahren in Appenin und Abruzzen aber ideale Pulverbedingungen.
Schon Sonntag meldet sich der nächste Sturm, diesmal aus Marokko. Sein Ziel: Mittelmeer-Tiefdruck mit Ziel Latium und Kampanien. Regenradar-Gifs zeigen, wie sich die Zellen über Nacht zu einem 400-km-Band verbinden – perfekte Voraussetzung für Überschwemmungen in den Flusstalern um Pescara und Cosenza.
Die Wetterkarte für den Frühlingsanfang liest sich wie ein Januar-Replay. Statistisch gesehen verliert Italien in solchen Rückschlagswochen durch Frost und Starkregen rund 120 Millionen Euro – allein in der Landwirtschaft. Aprikosen- und Mandelbäume in Sizilien haben kaum härteren Gegner als diesen Spätfrost.
Also Jacke wieder raus, Winterreifen checken und dem Wetter beim Spielen zusehen – der Frühling wartet noch im Aufenthaltsraum.
