Wille muss gehen – norwegen trennt sich überraschend von seinem handball-chef

Der norwegische Handball-Verband wirbelt den Trainerstuhl um. Jonas Wille, seit Sommer 2022 verantwortlich für die A-Nationalmannschaft, muss im Juni gehen – obwohl er weitermachen wollte und sich die Mannschaft hinter ihn stellt.

Die Meldung kam am Mittwoch per knappen Verbandsstatement, doch die Brisanz liegt im Detail: Wille hatte sich öffentlich um Vertragsverlängerung bemüht, intern wohl ebenfalls. Die Antwort war ein Nein. „Ich habe sehr deutlich gemacht, dass ich weitermachen möchte“, sagte er gegenüber TV 2. „Vier Jahre klingen lang, sind in der Entwicklung aber kurz.“

Gröndahl spricht von „einwandfreiem“ verhältnis

Gröndahl spricht von „einwandfreiem“ verhältnis

Ein Satz, der unter Spielern für Stirnrunzeln sorgt. Tobias Gröndahl, Kreisläufer der Füchse Berlin und unter Wille zum Nationalteam gereift, findet klare Worte: „Es ist schade, sich von einem so guten Menschen zu verabschieden.“ Die Entscheidung selbst will er nicht bewerten, doch der Ton verrät: Die Kabine hätte ihren Coach behalten.

Die Trennung wirkt umso überraschender, als Norwegen aktuell auf Erfolgskurs ist. Die Qualifikation für die Heim-WM 2025 steht an, das Team ist jung, hungrig – und jetzt ohne Leitfigur. Präsidentin Randi Gustad kündigt „guten Dialog“ an, doch offen ist, ob Wille die Golden League im März und die WM-Quali im Mai noch betreut.

Für den 49-Jährigen ist die Lage klar: Er würde, wenn man ihn lässt. „Ich brauche mehr Zeit, um über meine Zukunft zu entscheiden“, sagt er. Die erste Wahl war Nationaltrainer – doch die verneinte der Verband. Bleibt die Frage, ob Wille jetzt ins Ausland wechselt oder den Schritt in die Verwaltung wagt.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Norwegen die Trennung als mutiger Neuanfang feiert – oder als Bockmist betrauert. Die Spieler haben sich jedenfalls schon positioniert.