Wien schnappt sich den esc 2026 – erneut

Wien – Nach dem Triumph vonJJ im Finale 2025 in Basel schlägt der Eurovision Song Contest 2026 zum dritten Mal in der Geschichte seine Zelte in Österreich auf. Das bestätigte die EBU am Dienstagvormittag gegenüber der ORF-Sportredaktion. Die Alpenrepublik hatte 1967 und 2015 bereits als Gastgeber fungiert – nun folgt die nächste Runde.

Die termen stehen bereits fest

Die Halbfinals finden am 12. und 14. Mai 2026 statt, das Finale steigt am Samstag, 16. Mai 2026. Veranstaltungsort wird die Wiener Stadthalle sein, die mit 16.000 Plätzen auch 2015 bereits für spektakuläre Bilder sorgte. ORF-Generaldirektor Richard Grasl spricht von „einer Heimspiel-Atmosphäre, die wir sportlich kennen – nur mit Glitzer statt Grün“. Die Kosten beliefen sich bei der letzten Ausgabe auf rund 36 Millionen Euro; für 2026 rechnet man mit einem ähnlichen Etat, wobei sich der ORF nach eigenen Angaben über eine „deutliche Erhöhung der Sponsoreneinnahmen“ freut.

Die Entscheidung fiel den Angaben zufolge knapp: Basel hatte sich erneut beworben, ebenso Barcelona und Kopenhagen. Letztlich überzeugte das österreichische Konzept mit Nachhaltigkeits-Kriterien und einer bereits erprobten Infrastruktur. „Wir haben keine Baustellen, sondern nur Umbauten“, sagte Projektleiterin Marlene Hartmann. Die Wiener Stadthalle bleibt während der UEFA Euro 2028 weiterhin als Multifunktionsarena verfügbar – ein Detail, das bei der Jury punkten konnte.

166 Millionen zuschauer: ein rekord, der nachfolge erzeugt

166 Millionen zuschauer: ein rekord, der nachfolge erzeugt

Die Zuschauerzahlen des ESC 2025 lassen Branchenkenner aufhorchen: 166 Millionen Menschen verfolgten das Spektakel mindestens eine Minute lang, drei Millionen mehr als 2024. Allein Italien steuerte 21,74 Millionen dazu bei – ein Plus von 7 Prozent. Die Daten kommen von der EBU-Messung „Live+7“, die auch kurze Umschaltungen erfasst. Für Sender ist das ein Verkaufsargument bei Werbekunden, für Städte ein Wirtschaftsfaktor: Basel verzeichnete laut Hotelleriesuisse eine Auslastung von 98 Prozent, die durchschnittliche Zimmerrate stieg um 42 Prozent.

Doch nicht nur die Quote, auch die Kontroversen sorgten für Gesprächsstoff. Der zweite Platz Israels wurde in sozialen Netzwerken heftig debattiert, während Gewinner Lucio Corsi aus Italien mit Rang fünf die beste Platzierung seit 2021 holte. „Der ESC ist das Fußballfinale der Musik – nur dass hier alle Nationen gleichzeitig spielen“, sagt Corsi im Nachgespräch mit der TSV Pelkum Sportredaktion. Die emotionalen Hochs und Tiefs erinnern an eine Verlängerung im Pokal – nur ohne Elfmeter, dafür mit Pyrotechnik.

Was österreich 2026 anders machen will

Was österreich 2026 anders machen will

ORF-Programmchef Stefan Kürzinger kündigt an, die „Green-Card“-Initiative auszuweiten: 75 Prozent des Bühnenmaterials sollen recyclebar sein, Catering-Anbieter müssen regionale Lieferketten nachweisen. Zudem wird es erstmals ein Public Viewing im Prater geben – freier Eintritt, finanziert durch die Stadt Wien und Sponsoren. „Wir wollen den ESC aus der Arena holen und in die Stadt tragen – ähnlich wie bei einem Marathon, nur mit mehr Schlager und weniger Schweiß“, so Kürzinger.

Für die Sportwelt hat das Nachrichten-Ausmaß eine Randnotiz: Die Wiener Stadthalle fällt für heimische Hallen-Sportarten zwei Wochen aus. Der Handballclub Fivers muss seine Play-off-Partien verlegen, die Floorball-Mannschaft Vienna weicht ins Ausland aus. „Ein kleiner Preis für ein großes Fest“, sagt Fivers-Manager Thomas Kofler. Die Liga prüft, ob man das Final-Four-Turnier vorverlegt – eine logistische Herausforderung, die sich wie ein Doppelpass liest: kurz, schnell, präzise.

Bis dahin heißt es für Fans: Tickets werden voraussichtlich ab November 2025 über den ORF-Shop vertrieben, die Vergabe erfolgt per Losverfahren. Die Bewerbungsphase für Interpreten läuft bereits – interne Quellen sprechen von mehr als 1.200 Einsendungen. „Wir haben so viele Talente wie nie“, sagt Musikdirektorin Conny Kreuter. „Der ESC ist kein Sprint mehr, er ist ein Staffellauf durch alle Genres.“

Österreich hat den Stab übernommen – und mit ihm die Verantwortung, 42 Länder zu vereinen, 25.000 Gäste zu beherbergen und eine Milliarde TV-Minuten zu generieren. Die Uhr tickt. Noch 365 Tage bis zum Countdown. Wien wird zur Bühne, Europa zum Stadion. Und die Sportwelt? Die schaut neidvoll zu – denn selbst die Champions-League-Finale kommen nicht an diese Einschaltquote heran.