Wiedenbrück kämpft weiter: sammer glaubt an rettung trotz knapper siege
Der SC Wiedenbrück atmet auf, aber die Lage bleibt ernst. Mit einem müden 3:2-Sieg gegen die SSVg Velbert hat sich das Schlusslicht der Regionalliga West vorerst den Abgrund gewichen, doch der Kampf um den Klassenerhalt ist noch lange nicht entschieden. Trainer Dominik Sammer hält jedoch eisern an seinem Glauben fest – und das aus gutem Grund.
Ein sieg, der mehr als nur drei punkte wert ist
Die englische Woche war für den SC Wiedenbrück alles andere als einfach. Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Siegen folgte ein nervenaufreibendes Kellerduell gegen Velbert. Dass Nikola Aracic seine Mannschaft früh in Führung brachte, war ein Zeichen der Hoffnung. Doch die Freude währte nur kurz, und Velbert gelang es, den Ausgleich zu markieren. Der Moment, der das Spiel entschied, kam kurz vor der Pause, als Torwart Marcel Hölscher, eine absolute Legende der Regionalliga, einen Elfmeter parierte. „Der Hexer hat uns den Rückstand verkniffen!“, jubelte Sammer nach dem Spiel.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich zerfahren wie die erste. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Ball, doch es dauerte bis zur Nachspielzeit, ehe Aracic erneut per Elfmeter zum umjubelten Sieg traf. Ein vergebener Elfmeter in der Schlussphase tat dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Die drei Punkte waren Erlösung, aber auch nur ein kleiner Schritt in Richtung Ziel.

Die rechnung ist noch offen: rödinghausen wird ein test
Am Samstag geht es für Wiedenbrück gegen den SV Rödinghausen, ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. „Dort zählt es jetzt“, betonte Sammer. „Rödinghausen steht ebenfalls unter Druck, und wir müssen alles in die Waagschale werfen, um die Chance auf den Klassenerhalt zu nutzen.“ Die Tatsache, dass Rödinghausen am vergangenen Wochenende überraschend gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Köln verloren hat, erhöht den Druck auf die Mannschaft zusätzlich.
Personell muss Sammer auf Joel Udelhoven verzichten, der gesperrt ist. Dafür kehrt Saban Kaptan zurück ins Team. Fraglich ist der Einsatz von Davud Tuma, der sich im Spiel gegen Siegen einen Handgelenkbruch zuzog. „Vielleicht kann er mit einer speziellen Schiene spielen. Wir werden sehen“, so der Trainer.
Der SC Wiedenbrück hat zwar noch eine theoretische Chance auf den rettenden 15. Platz, doch die Realität sieht düster aus. Selbst wenn Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga absteigt, müsste Wiedenbrück noch einige Punkte aufholen. Doch Sammer und sein Team geben nicht auf. Sie kämpfen bis zum Schluss – und das mit einer Leidenschaft, die in der Regionalliga West ihresgleichen sucht.
Die Bilanz ist ernüchternd: Wiedenbrück ist die einzige West-Mannschaft, die in dieser Saison noch keinen Auswärtssieg feiern konnte. Und es gelang noch nie, zwei Dreier in Folge einzufahren. Aber Sammer ist überzeugt: „Ich sehe den Einsatz der Jungs im Training. Das verdient Respekt. Wir werden kämpfen, bis zum letzten Spiel!“
