Wiede: der handball-taktiker auf der tribüne!
Füchse Berlin setzen im Pokal-Halbfinale gegen Lemgo Lippe auf eine ungewöhnliche, aber geniale Strategie: Nationalspieler Fabian Wiede, der nach einem Kreuzbandriss noch ausfällt, wird von der Tribüne aus agieren und Trainer Nicolej Krickau direkt unterstützen. Ein Mann, der kein Trikot trägt, aber dennoch entscheidend sein könnte.
Die gebrochene achse: wiede als zusätzlicher spielmacher
Fünf Monate Reha liegen hinter dem 32-jährigen Wiede. Doch statt auf dem Feld, wird er nun sein außergewöhnliches Handball-Verständnis und seinen strategischen Weitblick von der Seitenlinie aus einbringen. „Ich finde es super, dass ich meinen Senf dazugeben darf“, so Wiede zu Sport BILD. Krickau scheint die Expertise seines Schlüsselspielers zu schätzen und fragt aktiv nach seiner Meinung – ein Zeichen des Vertrauens und ein Beweis dafür, dass Wiede auch verletzt eine unverzichtbare Stütze der Mannschaft ist.
Die Rolle des „verlängerten Arms“ des Trainers ist alles andere als neu, aber die Qualität des Beraters macht den Unterschied. Wiede, bekannt für seinen herausragenden Handball-IQ, kann aus der privilegierten Position auf der Tribüne das Spiel des Gegners analysieren und taktische Feinheiten erkennen, die auf dem Spielfeld möglicherweise übersehen werden. Seine Beobachtungen und Ideen werden direkt an Krickau weitergegeben und so in die Spielstrategie integriert.

Ein pokalheld denkt zurück: 2014 und das legendäre nacktfoto
Wiede reist mit der Mannschaft komplett zum Pokal-Wochenende, inklusive Hotelunterkunft – wenn auch möglicherweise in einem Einzelzimmer. Doch es ist nicht nur die Anwesenheit, sondern auch die Erfahrung, die ihm eine besondere Bedeutung verleiht. Schließlich ist er der einzige Berliner Spieler im Kader, der bereits den DHB-Pokal gewonnen hat, nämlich 2014. “Ich war damals 20 Jahre alt und weiß noch, dass ich ein sehr gutes Halbfinale gespielt habe.”, erinnert sich Wiede. Das Finale gegen Flensburg endete denkbar knapp mit 22:21 – ein Sieg, der maßgeblich von Iker Romero beeinflusst wurde, dessen Ballhalten in Unterzahl und das anschließende Siegtor legendär wurden.
Und die Erinnerungen gehen weiter: Die Zugfahrt zurück nach Berlin und das berühmt-berüchtigte Nacktfoto von Konstantin Igropulo mit dem Pokal zwischen den Beinen sind fester Bestandteil der Pokalgeschichte der Füchse. Für Wiede war der Pokalsieg 2014 jedoch mehr als nur ein lustiges Foto – es markierte den Startschuss für seine Profikarriere.
Während Wiede im Kraftraum schuftet und erste Läufe macht, um sein Comeback vorzubereiten, sendet er eine klare Botschaft an seine Mannschaft: „Ich traue den Jungs alles zu. Es wird Zeit für den nächsten Pokalsieg.“ Die Heilung verläuft planmäßig, und Wiede blickt optimistisch auf die neue Saison. Aber bis dahin wird er seine Expertise von der Tribüne aus einbringen und sicherstellen, dass die Füchse Berlin ihre Chance im Pokal-Halbfinale nutzen.
