Werder-frauen drehen 0:2-krise in 4:2-fußball-krimi gegen frankfurt

Null-zwei hinten, Kurve verstummt, Köpfe hängen – und dann wird ausgerechnet Werders Youngster zur Garantin für das Comeback. Larissa Mühlhaus trifft doppelt, lässt den Ball sprechen und den Pokal-Frust vergessen. 4:2 gegen Eintracht Frankfurt, ein Schritt zurück in die Spur.

Mühlhaus schreibt sich mit doppelschlag in die heldenliste

Die 21-jährige Neu-Nationalspielerin war es, die nach dem Schock von zwei Gegentoren innerhalb von 180 Sekunden die Bremse zog. Ihr abgefälschter Distanzschuss in der 44. Minute schlug genau in den Winkel, zwei Minuten später setzte sie den Freistoß wie auf Bestellung ins Kreuzeck. Die Pause kam für Werder wie eine Atempause – und für Frankfurt wie ein Schlag ins Gesicht.

Trainerin Markus Högner wechselte zur Halbzeit nicht, sondern vertraute auf dieselben Elf, die nun endlich ihre Laufwege fand. Die Belohnung folgte auf dem Fuß: In der 52. Minute patzt Keeperin Lina Altenburg beim nächsten Mühlhaus-Standard, Mara Alber stochert nach. 3:2. Die Wohnzimmeratmosphäre in der wuhrstraße kocht, 3.200 Zuschauer erinnern sich wieder an die Serie von Herbst 2025, als Werder zehn Mal in Folge ungeschlagen blieb.

Frankfurt versuchte mit Dreierkette zu kontern, doch Werders Mittelfeld um Kapitänin Jella Veit ließ keine zweite Welle zu. Stattdessen schob sich Media Desic in der Nachspielzeit in den Strafraum, ließ zwei Gegner stehen und netzte zum 4:2-Endstand. Die Bank explodiert, Högner schlägt die Hände über dem Kopf zusammen – endlich wieder drei Punkte nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg.

Pokal-k.o. verflüchtigt sich mit jedem jubelschlag

Pokal-k.o. verflüchtigt sich mit jedem jubelschlag

Die Null gegen Essen in der vergangenen Woche schmerzte noch in den Knochen, doch die Frankfurter ließen sich nun für die Verunsicherung bezahlen. Mit 18 Zählern rückt Werder auf Rang sieben vor – nur zwei Punkte hinter Platz vier, der zur Conference-League-Quali berechtigt. Die Saison ist längst nicht gelaufen, das beweist die Tabelle nach 16 Spieltagen: Vier Teams trennen nur fünf Punkte.

Für Mühlhaus war es der dritten Doppelpack in dieser Bundesliga-Saison. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schönen Fußball spielen, sondern auch Charakter haben“, sagte sie nach Abpfiff, das Mikro noch voller Atem. „Die ersten 30 Minuten waren ein Albtraum, aber wir haben uns gegenseitig hochgezogen.“

Am nächsten Samstag geht’s nach Hoffenheim, wo Werder in der Hinrunde 1:3 unterlag. Wenn die Elf so auftritt wie nach dem Seitenwechsel gegen Frankfurt, könnte die Trendwende mehr sein als nur ein einzelnes Happy-End. Die Fans jedenfalls sind wieder bereit, mitzureisen – und mitzusingen.