Werder-duo rückt bei deutschlands u21 vor – wm-ticket im visier

Karim Coulibaly und Mio Backhaus haben Werder Bremen am Freitagabend verlassen, um in der deutschen U21 Geschichte zu schreiben. Der 18-jährige Innenverteidiger lief beim 3:0 gegen Nordirland zu seinem Debüt auf, der 21-jährige Keeper bewahrte seine weiße Weste – und beide könnten dem DFB bald wieder abhandenkommen.

Backhaus bleibt clean, coulibaly kommt, sieht, siegt

Mit 562 Minuten ohne Gegentor in vier Länderspielen zieht Backhaus seine persönliche Null-Serie weiter. Kein deutscher U21-Torhüter startete so konstant in ein Länderspieljahr. Coulibaly, erst im Sommer von der U19 hochgezogen, rückte gegen die Nordiren in der 62. Minute ein, klärte zwei Mal mit klarem Kopfballspiel und initiierte das 3:0 mit einem diagonalen Steilpass. Die Mischung aus Ruhe und Aggressivität, die ihn in der Bundesliga auszeichnet, funktionierte sofort auf internationaler Bühne.

Doch hinter den Kulissen brodelt es. Der ivorische Verband hat Coulibalys Berater bereits zweimal kontaktiert, Japans Technischer Direktor Akinobu Yokouchi saß vergangene Woche in der Weser-Stadion-Tribüne. Beide Länder können den Spielern direkt eine A-Nationalmannschaft bieten – und damit eine WM 2026, während Deutschlands Weg über die U21 führt. Die DFB-Offiziellen wissen: Ein Wechsel würde ihre Chancen auf ein WM-Ticket verzehnfachen.

Dfb verliert neue talente an alte muster

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Schon in den vergangenen beiden Jahren verabschiedeten sich Fisnik Asllani, Ibrahim Maza und Can Uzun in Richtung Kosovo, Algerien und Türkei. Die Liste wird länger, das Nachwuchsleistungszentrum in Frankfurt erntet Vorwürfe, zu spät zu personalisieren. Laut DFB-internen Zahlen verlassen jährlich rund 15 Spieler mit Migrationshintergrund die deutschen Nachwuchsteams, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Der Grund: fehlende Perspektive und mangelnde Kommunikation seitens des Verbands.

Für Werder ist das Dilemma doppelt bitter. Ohne Coulibalys robuste Abwehr und Backhaus’ sichere Handschuhe droht der Abstieg. Mit ihnen droht der Abgang. Der Klub plant laut Insidern bereits mit einer Ablöse von bis zu 30 Millionen Euro für Coulibaly, sollte er sich für die Elfenbeinküste entscheiden – ein Transfer würde die Vereinsgeschichte sprengen. Backhaus wiederum könnte Japans Nummer eins werden, bevor er Deutschlands Nummer eins wurde.

Am Montag fliegt die U21 nach Israel, zwei Tage später steht das Qualifikationsduell gegen Polen an. Backhaus wird wieder im Kasten stehen, Coulibaly dürfte von Anfang an auflaufen. Die Frage ist nicht, ob sie spielen, sondern wofür. Die Uhr tickt. Die Anrufe aus Afrika und Asien auch.