Werder bremen: weiser kritisiert kurswechsel – kann thioune das ruder herumreißen?
Die Stimmung im Bremer Lager ist gedämpft. Nach der knappen 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig steht Werder Bremen vor einer entscheidenden Phase. Nicht nur die sportlichen Resultate, sondern auch interne Kritik und eine fragwürdige Entwicklung in den letzten Monaten belasten den Verein.
Weiser spricht klartext: mehr als nur der klassenverbleib
Mitchell Weiser, der nach seiner schweren Kreuzbandverletzung langsam ins Team zurückfindet, äußerte sich ungewöhnlich offen über die aktuelle Situation. Der erfahrene Verteidiger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, betonte in der Halbzeitpause, dass der Verein mehr anstrebte als den reinen Klassenerhalt. "Der ganze Verein hat nach was anderem gestrebt als das, wo wir jetzt stehen," so Weiser, der offenbar von den Entscheidungen der Klubführung des vergangenen Sommers und den Veränderungen im Kader enttäuscht ist. Die Trennung von Trainer Ole Werner und die nachfolgenden Kaderentscheidungen scheinen ihn zu beschäftigen, und er wartet auf „Signale, dass wir wieder in die Richtung gehen, wo wir mit Ole ungefähr schon waren.“

Defensive schwächen und vergebene chancen
Sportlich gesehen offenbarte Werder gegen Leipzig erneut deutliche Schwächen. Während die Hanseaten mit 13:7 Torschüssen ein leichtes Plus verbuchten, fehlte die nötige Effizienz vor dem Tor. Romano Schmid sprach am Sky-Mikrofon von einer „super Mannschaftsleistung“, die letztlich ungenutzt blieb. „Wir haben aus viel – und gegen so eine Mannschaft war das viel – sehr wenig gemacht,“ ärgerte sich Trainer Daniel Thioune über die Chancenverwertung. Besonders bitter war das 0:1, das Marco Friedl als „extrem billiges Tor“ bezeichnete, da seine Mannschaft in der Situation in Überzahl war. Die vergebenen Gelegenheiten in der zweiten Halbzeit, die durch das frühe 0:2 besiegelt wurden, ließen die Hoffnung auf einen Punktgewinn im Sande verlaufen.

Kommende aufgaben: derby und kölner kräftemessen
Für Werder Bremen gilt es nun, sich schnell zu erholen und den Fokus auf die kommenden Aufgaben zu richten. Das Duell gegen den 1. FC Köln ist bereits am nächsten Spieltag, gefolgt vom wichtigen Nordderby gegen den HSV. Wolfsburgs deutliche Niederlage in Leverkusen und Heidenheims Unentschieden in Gladbach lassen die Niederlage gegen RB zwar noch verkraftbar erscheinen, doch St. Pauli und Köln könnten am Sonntag punktemäßig aufholen. „Unser Fokus richtet sich auf die nächsten zwei Wochen, da geht es um einiges,“ betonte Friedl, der sich dennoch „zuversichtlich“ zeigte. Die weiteren Auswärtsspiele in Stuttgart, Augsburg und Hoffenheim sowie das Heimspiel gegen Dortmund werden für die Bremer zu einer echten Standortbestimmung.
Ob Daniel Thioune es schafft, das Ruder herumzureißen und die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen, bleibt abzuwarten. Weisers deutliche Kritik und die offensichtlichen Probleme in der Defensive und im Angriff deuten jedoch darauf hin, dass Werder vor einem harten Kampf steht, um die Klasse zu halten und gleichzeitig den Ansprüchen eines Vereins gerecht zu werden, der ambitioniert in die Zukunft blickt.
