Werder bremen in der krise: der abstiegskampf wird immer ernster

Werder bremen am tiefpunkt: 13 spiele ohne sieg

Die Hoffnung auf einen europäischen Wettbewerb in naher Zukunft scheint für Werder Bremen geplatzt. Nach sage und schreibe 13 Spielen ohne Sieg rutschen die Bremer immer tiefer in den Abstiegskampf. Mit nur 19 Punkten stehen die viermaligen Meister und Europapokalsieger von 1992 aktuell auf dem unsicheren 17. Tabellenplatz. Das kommende Spiel gegen Heidenheim am Samstag (15:30 Uhr) ist somit ein echtes Endspiel. Andernfalls könnten an der Weser bald die Lichter ausgehen.

Tim wiese warnt vor einem längeren leiden

Tim wiese warnt vor einem längeren leiden

Tim Wiese, ehemaliger Nationaltorwart und mit Werder 2009 DFB-Pokalsieger, äußert sich besorgt: „Ein Abstieg würde dem Verein wohl schwerer zu schaffen machen als 2021, als der direkte Wiederaufstieg gelang. Werder würde dieses Mal das Schicksal des HSV drohen – wenn nicht sogar schlimmer. Hamburg brauchte sieben Jahre, um nach dem Abstieg 2018 zurückzukehren. Es würden massive finanzielle Einbußen entstehen und wichtige Spieler wären nicht zu halten.“ Wiese fügt hinzu: „Seit ich weg bin (2012 zur TSG Hoffenheim), geht es für Werder bergab. Der Klub war einst ein stolzer Teilnehmer am Europapokal. Das ist selbstverschuldet.“

Naldo sieht die fans als leidtragende

Naldo sieht die fans als leidtragende

Auch Naldo, der 2009 ebenfalls den DFB-Pokal mit Werder gewann, ist pessimistisch: „Ein Abstieg wäre so schlimm für Werder – vor allem für die Fans. Sie sind trotz vieler Enttäuschungen immer treu geblieben.“ Er betont, dass ein Abstieg einen großen Rückschlag auf dem Weg zum ursprünglichen Ziel, der Teilnahme am europäischen Wettbewerb, darstellen würde. „Ich hoffe sehr, dass Bremen schnell die nötigen Punkte holt.“

Aílton fordert mehr torgefahr

Aílton fordert mehr torgefahr

Aílton, Double-Sieger und Torschützenkönig von 2004, kritisiert die fehlende Durchschlagskraft im Sturm: „Die Stürmer schießen keine Tore. Und das Problem besteht schon die ganze Saison.“ Er warnt davor, an einen schnellen Wiederaufstieg zu denken, sollte der Abstieg eintreten: „Bei einem Abstieg werden viele Spieler weg sein, vielleicht muss eine komplett neue Mannschaft aufgebaut werden. Ich glaube nicht, dass es dann schnell zurück nach oben geht. 2021 war es anders, da hatte Werder noch eine Erstligamannschaft.“

Ivan klasnic: aktuelle situation besorgniserregend

Ivan klasnic: aktuelle situation besorgniserregend

Ivan Klasnic, ebenfalls Double-Sieger von 2004, äußert seine größte Sorge: „Aktuell werden keine Spiele gewonnen. So steigt Werder ab.“ Er lobt zwar den neuen Trainer Daniel Thioune für seine Arbeit in Düsseldorf, fordert aber mehr Veränderungen in Bremen. „Ein Abstieg wäre eine Katastrophe, ein direkter Wiederaufstieg ist keineswegs garantiert.“

Torsten frings analysiert die ursachen

Torsten frings analysiert die ursachen

Torsten Frings, 79-facher Nationalspieler und Pokalsieger mit Werder (1999 und 2009), sieht mehrere Ursachen für die Krise: „Problematisch war, dass sich Mitchell Weiser einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Auch die späte Kaderplanung und das Ausbleiben eines torgefährlichen Stürmers spielten eine Rolle.“ Er betont, dass Clemens Fritz, der die sportliche Gesamtverantwortung trägt, nicht wegläuft, aber auf Entdeckungen angewiesen ist, die finanziell machbar sind. „Die Mannschaft, die 2021 abgestiegen ist, war personell stärker besetzt als die aktuelle. Werder befindet sich mitten im Umbruch und setzt auf junge Spieler. Gegen Heidenheim ist Werder zum Siegen verdammt. Ich bin dann fest davon überzeugt, dass Werder die Klasse hält. Ansonsten sieht es düster aus.“

Die aktuelle situation im überblick

TeamPunkteSpielePlatz
Werder Bremen192517
Heidenheim282512