Wengers 'daylight offside': revolutioniert die canadian premier league?
Die Canadian Premier League (CPL) hat eine neue Ära eingeläutet – und mit ihr eine Regeländerung, die im internationalen Fußball bereits für Diskussionen gesorgt hat: Die sogenannte 'Wenger-Regel'. Ab sofort wird das Abseits nur dann gepfiffen, wenn ein Spieler im Vorfeld des letzten Verteidigers steht und dabei einen 'sichtbaren Raum' hat. Eine Entscheidung, die das Spielgeschehen fundamental verändern könnte, und das bereits in der ersten Runde der Saison spürbar war – oder eben nicht.
Erste eindrücke: wenig veränderung auf dem platz
Die erste Begegnung der Saison bot kaum Anlass für spektakuläre Abseitsentscheidungen. 'Footmob' verzeichnete keinerlei strittige Situationen, die die neue Regel hätten erfordern können. Die Kommentatoren von 'One Soccer' waren sich einig: 'Ich habe keinen Eindruck gewonnen, dass die neue Regel die Spielweise der Teams beeinflusst hat. Vielleicht haben die Forge Hammers versucht, etwas tiefer zu stehen, aber ob das daran lag, ist fraglich.' Ein Urteil, das zeigt, dass die Teams sich noch an die neue Interpretation des Abseits gewöhnen müssen.
Interessanterweise brachte 'One Soccer' zur Sprache, dass Ottawa sich in einer suboptimalen Position befand. Durch die hohe Abwehrlinie, kombiniert mit der neuen Regel, wurden die Angreifer des Gegners begünstigt. 'Es ist spannend zu beobachten, wie sich das entwickelt. Vielleicht wird es in Offensivaktionen nicht so entscheidend sein, sondern eher bei Standardsituationen, wo weniger Platz vorhanden ist und sich die Stürmer etwas mehr lösen können.'

Football video support (fvs): var im schnelldurchlauf
Neben der 'Wenger-Regel' führte die CPL ein weiteres Novum ein: das 'Football Video Support' (FVS), eine Art 'low-cost VAR'. Mit weniger Kameras und ohne separate Video-Raum können die Trainer pro Spiel zwei Mal eine strittige Entscheidung des Schiedsrichters überprüfen lassen. 'Footmob' berichtet, dass das FVS bereits in sechs Fällen in drei Spielen angewendet wurde und dabei lediglich eine Entscheidung annulliert wurde.
Ein bemerkenswertes Detail: Das FVS validierte den ersten Treffer der Saison – einen Elfmeter für Brian Wright, den Ottawa erfolglos zurückgefordert hatte. Der Einsatz des FVS offenbarte jedoch auch Schwächen: Die Überprüfung des Elfmeters beanspruchte fünf Minuten, und in einem weiteren Spiel benötigte der Schiedsrichter unglaubliche sieben Minuten, um eine Gelbe Karte für Tristan Marshall nicht zu zeigen. Das führte zu einer Diskussion über die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen Trainern und Schiedsrichtern zu verbessern, anstatt sich auf Video-Beweise zu verlassen. Tommy Wheeldon Jr., Trainer von Cavalry, brachte es auf den Punkt: 'Ich denke, es liegt mehr Wert darauf, dass die Trainer mit den Schiedsrichtern zusammenarbeiten, anstatt dass diese entscheiden, was sie sehen.'
Die 'Wenger-Regel' und das FVS sind zweifellos ambitionierte Schritte, um den Fußball in der CPL attraktiver und fairer zu gestalten. Ob diese Neuerungen tatsächlich zu mehr Toren und weniger strittigen Szenen führen werden, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die CPL wagt einen mutigen Versuch, das Spielgeschehen zu verändern – und die Fans sind gespannt, wie sich diese Experimente entwickeln werden.
