Wellenreiter-sensation: doktorand rockt bei den surf masters in freiburg!

Mitten im Industriegebiet, wo man Stahl und Beton erwartet, brandet eine künstliche Welle – und Doktorand Roland Blechschmied misst sich dort mit der deutschen Surfszene. Ein ungewöhnlicher Ort für ein ungewöhnliches Talent, das plötzlich für Furore sorgt.

Vom motocross zur stehenden welle: ein überraschender neuanfang

Blechschmied, eigentlich ein begeisterter Motocrosser aus Freiburg, entdeckte seine Leidenschaft für das Wellenreiten durch Freunde. Seine Faszination war so groß, dass er sogar ein Forschungsprojekt in Australien absolvierte, um das Thema intensiver zu studieren. Doch seit einem Jahr hat er seinen Schwerpunkt verlagert und trainiert auf der künstlichen Welle in Freiburg – eine Entscheidung, die sich nun auszahlt.

Die stehende Welle, ein technisches Meisterwerk, das von Pumpen erzeugt wird, erfordert eine ganz andere Fahrtechnik als das Surfen im Meer. „Das Schwierige an der Welle hier, wenn man vom Meer kommt, ist, dass das Wasser aus der anderen Richtung kommt“, erklärt Blechschmied. „Im Meer schiebt die Welle, hier kommt die Welle auf einen zu, und da muss man sich erstmal darauf einstellen.“

Surf masters tour: ein ungewöhnlicher wettbewerb

Surf masters tour: ein ungewöhnlicher wettbewerb

Die Veranstaltung in Freiburg war der vorletzte Stop der Surf Masters Tour, einer einzigartigen Veranstaltung, die quer durch Deutschland führt. Jeder Teilnehmer hatte vier Versuche von jeweils 30 Sekunden, um seine Fähigkeiten zu präsentieren. Die Jury bewertete Schwierigkeit, Varianz und Kontrolle – eine Herausforderung für jeden Surfer.

Blechschmied startete mit einer Wildcard und war keineswegs der Favorit. „Die meisten, die hier mitmachen, haben mit zwei, drei Jahren angefangen. Das sind die Helden von mir, die mir das Surfen beigebracht haben“, so der bescheidene Doktorand. „Mir ging es weniger ums Gewinnen, sondern mehr darum, dabei zu sein und mit diesen Profis auf einer Welle surfen zu können.“

Enttäuschung trotz guter leistung

Enttäuschung trotz guter leistung

Obwohl Blechschmied sein Bestes gab und mit der Welle spielte, reichte es am Ende nicht für die nächste Runde. Antonin Meier, Marius Øystein Gerlach und Hannes Mosch qualifizierten sich vor ihm. Doch auch die Enttäuschung währte nicht lange:

„Ich bin hier gegen die Top-Pros angetreten. Da war von Anfang an keine Chance. Aber es hat richtig Spaß gemacht dabei zu sein“, sagt Blechschmied. Die Atmosphäre war einzigartig, und die Community war unterstützend.

Alena Gubler gewann den Wettbewerb der Frauen vor Valeska Schneider und Sue Gartmann. Blechschmied konnte viel lernen und nimmt die Erfahrung für zukünftige Wettkämpfe mit.

Die künstliche Welle in Freiburg hat bewiesen, dass das Surfen nicht nur an den Küsten möglich ist. Und Roland Blechschmied hat gezeigt, dass man mit Leidenschaft und Talent auch als Motocrosser im Wellenreiten erfolgreich sein kann – ein Beweis dafür, dass die Sportwelt immer wieder überrascht.